10. September 2009

DIE LINKE: Unwürdiges und zynisches Treiben mit Tausenden Opel-Beschäftigten und ihren Familien

Angesichts der Meldungen, dass der US-Konzern General Motors (GM) über die Zukunft des deutschen Autobauers entschieden hat und eine Schließung des Eisenacher Werkes droht, erklärt Bodo Ramelow, Ministerpräsidentenkandidat der Thüringer LINKEN: "GM betreibt ein unwürdiges und zynisches Spiel mit Tausenden Menschen."

Man habe den Eindruck, als ob die europäischen Opel-Werke eine Art "überseeische Besitzungen mit Sklavencharakter" seien. Man entsende über den großen Teich den Überbringer von Botschaften und in den Werken in Eisenach und Bochum sei das Gefühl der Hilflosigkeit und der Verzweiflung regelrecht erdrückend. "Der eigentliche Skandal ist, dass die Bundesregierung und die Landesregierung vereint und mit viel Steuergeld dieses zynische Spiel erst ermöglicht haben", ist Ramelow empört.

Man habe "sehenden Auges zugelassen, dass GM verstaatlicht wird und in Thüringen und Berlin aus ideologischen Gründen ein Kaufkonzept der Länder, der Händler und der Mitarbeiter immer ignorant ausgeschlossen", so Ramelow weiter. Nun lägen die bereits geflossenen Staatsgelder beim Treuhänder. "GM selber hat für Opel Europa schon sehr viel Bargeld bekommen, um sich durchzuwursteln. Damit hat man dieses Trauerspiel des heutigen Tages wohl erst ermöglicht", konstatiert der Spitzenpolitiker der LINKEN.

Ramelow weiter: "Politiker, die zulassen, dass Opel Eisenach geschlossen wird, gehören in die Wüste geschickt. Schließlich geht es nicht nur um ‚Opel', sondern um Eisenach und um die gesamte Region sowie um Automobilzulieferer aus ganz Thüringen."

Bodo Ramelow kündigt an, am morgigen Freitag gemeinsam mit Katja Wolf und anderen Landtagsabgeordneten der LINKEN am Eisenacher Automobilwerk Solidarität mit den Opelanern zu bekunden: "Für den Fall, dass tatsächlich die Ungeheuerlichkeit passiert und die Werke in Eisenach und Bochum geschlossen werden, wird DIE LINKE den Widerstand der Beschäftigten aktiv unterstützen. Im Übrigen wäre es der Tiefpunkt und eine Bankrotterklärung gültiger Politikdoktrinen, Staatsgelder für die Vernichtung ganzer Regionen aus dem Fenster zu werfen", sagt Ramelow abschließend.