28. April 2010

Deutliche Kritik von Fangruppen an Polizei wird Thema im Landtag

Das Verhalten der Polizei beim Einsatz am vergangenen Samstag im Anschluss an das Fußballspiel zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem 1. FC Lok Heidenheim muss nach Ansicht der Innenpolitikerin der Fraktion DIE LINKE, Martina Renner, Anlass für eine grundsätzliche Debatte über die Kooperation zwischen Fangruppen, Vereinen und der Polizei werden. "Die deutliche Kritik von anerkannten Fangruppen an einem Polizeieinsatz, der sechs verletzte Ordner und weitere verletzte Fans zur Folge hatte, muss durch Aufklärung über die Gründe des massiven Vorgehens seitens der Polizei beantwortet werden."

Die Polizei hatte nach der Darstellung betroffener Fans nach dem Abpfiff gewaltsam die Personalien eines Fans festgestellt, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, freiwillig mitzugehen oder sich selbst auszuweisen. In der daraus entstandenen Situation habe die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray auch gegen schlichtende Ordner eingesetzt.

"Wenn die Polizei - so wie es gegenwärtig auch aussieht - unverhältnismäßig und völlig unangemessen gegen Fußballfans vorgegangen ist, müssen dies deutlich gesagt und entsprechende Konsequenzen gezogen werden. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die entstandenen Konflikte weiter eskalieren und Verlierer sind dann immer der Sport, die Zuschauer und letztlich auch die Sicherheit in den Stadien", sagte Martina Renner.

DIE LINKE wird den Vorfall im Thüringer Landtag thematisieren. Der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Knut Korschewsky, verweist aber darauf, dass nicht allein der Polizeieinsatz vom vergangenen Samstag zum Gegenstand gemacht werden soll. "Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung im Ausschuss wollen wir die Sicherheit in Thüringer Stadien und vor allem die Sicherheitspartnerschaften im Thüringer Fußball und deren kooperative Umsetzung zwischen Vereinen, Fangruppen und der Polizei beleuchten. Es scheint, dass die in der Vergangenheit durchaus erfolgte Kooperation am vergangenen Samstag erheblichen Schaden erlitten hat." Zunächst werde die Landesregierung gebeten, über die Sicherheits- bzw. Gefährdungslage im Zusammenhang mit Fußballspielen der beiden Drittligavereine Thüringens in Erfurt und Jena, über die zur Verhinderung von Straftaten notwendigen polizeilichen Maßnahmen einschließlich der damit verbundenen Erfahrungswerte zu berichten.