6. April 2010

Bahnhofsgebäude werden ohne Not dem Verfall preisgegeben

"Es ist mehr als bedauerlich, dass die Deutsche Bahn AG fast alle Thüringer Bahnhöfe verkauft", erklärt Dr. Gudrun Lukin, Sprecherin für Verkehrspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. Nur 12 Thüringer Bahnhöfe wolle die Bahn behalten.

"Den Schaden haben wieder einmal die Reisenden, die mangels Warteraum oft genug und nicht nur sprichwörtlich im Regen stehen, meist weder Toiletten noch Fahrkartenschalter oder eine Auskunft vorfinden", kritisiert die Abgeordnete der LINKEN. Zwar werde großzügig den Kommunen das Vorkaufsrecht an den mitunter schon seit Jahren leer stehenden Gebäuden angeboten, aber diese müssen meist wegen Geldmangels verzichten.

"Es ist schon ein Skandal, dass weder Bund, Land noch Bahn sich zu einer abgestimmten Aktion und einem langfristigen Förderprogramm durchringen können, das sowohl den Kommunen eine intakte Immobilie überantwortet als auch den Reisenden wenigstens einen Minimalkomfort anbietet", moniert Frau Dr. Lukin.

So aber würden Gebäude eines Staatsunternehmens ohne Konzept und Not dem Verfall preisgegeben. "Dabei heißt es doch: Eigentum verpflichtet. Dies ist ein weiteres Kapitel zum unrühmlichen Thema ‚Servicewüste Deutsche Bahn'", sagt die Abgeordnete.