2. April 2010

Frauen an Friedensmission beteiligen

Anlässlich der diesjährigen Ostermärsche und der vor 10 Jahren verabschiedeten UN-Resolution 1325 "Frauen, Frieden und Sicherheit" sagt Karola Stange, Gleichstellungspolitikerin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: "Solange Männer Kriege führen, Männer als alleinige Sicherheitsexperten berufen werden und Friedensverhandlungen von Männern dominiert bleiben, wird es kaum möglich sein, den Frieden dauerhaft und nachhaltig zu sichern."

Diese Ansicht werde auch von zahlreichen internationalen Organisationen vertreten, die in der Konfliktprävention und Sicherheitspolitik tätig sind. Dauerhafter Frieden und Stabilität in Konfliktgebieten könnten nur geschaffen werden, wenn Frauen am Friedensprozess beteiligt seien. Deshalb verlange die im Jahr 2000 verabschiedete Resolution, Frauen und Mädchen vor sexualisierter Kriegsgewalt zu schützen, Frauen in Friedensverhandlungen und -missionen stärker einzubeziehen und die Geschlechterdimensionen bei allen Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und friedensfördernden Maßnahmen zu berücksichtigen. "Allerdings ist in diesen zehn Jahren nicht allzu viel passiert", kritisiert Frau Stange. Nach einer Studie des UN-Entwicklungsfonds für Frauen (UNIFEM) aus dem Jahre 2009 waren seit 1992 in insgesamt 22 Friedensprozessen nur 7,5 Prozent der Verhandelnden Frauen und lediglich zwei Prozent der MediatorInnen. Auch in den UN-Peacekeeping-Abteilungen dominiere das männliche Personal. 2009 waren lediglich 30 Prozent des Zivilpersonals weiblich, acht Prozent der UN-Polizistinnen und -Polizisten und nicht einmal drei Prozent des UN-Militärs.

"Wir sind nicht der Meinung, dass wir den Anteil der Frauen im Militär erhöhen müssen", sagt Karola Stange. "Wir sind aber sehr wohl davon überzeugt, dass nachhaltige Konzepte der Friedenssicherung und Konfliktbewältigung nur dann erfolgreich sind, wenn Frauen gleichberechtigt an friedens- und sicherheitspolitischen Planungen und Maßnahmen beteiligt werden." Hierfür müsse endlich ein nationaler Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Resolution erarbeitet werden. "Frieden und Sicherheit kann es nur unter Einbeziehung der ganzen Bevölkerung geben - und dazu gehören nun mal zu 50 Prozent Frauen."