6. April 2010

Landesregierung soll einen Frauengesundheitsbericht vorlegen

Anlässlich des morgigen Weltgesundheitstages sagt Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: "Mit der einkommensunabhängigen Kopfpauschale werden nicht nur Menschen mit geringem Einkommen stärker belastet als Menschen mit hohem Einkommen, die Kopfpauschale geht vor allem auch zu Lasten der Frauen."

Da Frauen nach wie vor fast ein Viertel weniger verdienten als Männer, müssten sie dann einen höheren Anteil ihres Gehaltes für die Krankenversicherung und damit die medizinische Behandlung zahlen. Dies widerspreche aber zutiefst dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes sowie dem Prinzip der solidarischen Sozialversicherungen. Es sei absurd, die Lasten des Gesundheitssystems auf immer weniger Schultern immer ungerechter zu verteilen. "Neben den Arbeitnehmerinnen sind besonders Alleinerziehende und Rentnerinnen von der Entsolidarisierung des Gesundheitssystems betroffen", so Frau Stange weiter.

Ausgerechnet diejenigen stärker zu belasten, die nach wie vor wegen der Wahrnehmung familiärer Pflichten und wegen gesellschaftlicher Karrierehürden unter Einkommensverlusten litten, sei perfide. Anstatt Frauen schlechter zu behandeln, gelte es vielmehr, endlich einen geschlechtersensiblen Ansatz in die Gesundheitspolitik einziehen zu lassen. "Nach wie vor werden Herzinfarkte bei Frauen oft zu spät entdeckt, weil sie andere Symptome als Männer haben, nach wie vor nehmen an Arzneitests vorwiegend Männer teil, so dass die Medikamente bei Frauen häufig anders wirken, nach wie vor sind 80 bis 90 Prozent der von Essstörungen Betroffenen Mädchen und Frauen. Hier müssen Gesundheitsforschung und medizinische Versorgung sowie die Gesundheitspolitik neue Wege gehen, um Frauen tatsächlich zu helfen", betont Karola Stange.

DIE LINKE fordert die Landesregierung auf, "einen Frauengesundheitsbericht zu erstellen, damit die gesundheitliche Situation von Frauen in Thüringen besser erfasst und eine geschlechtersensible Gesundheitsversorgung befördert werden kann", sagt die Abgeordnete abschließend.