8. April 2010

Mahnung zum 65. Jahrestag der Befreiung der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora

Anlässlich des Gedenkveranstaltungen zum 65. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora und im Angesicht der hier von den Nazis ermordeten mehr als 76.000 Menschen, betont Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Thüringer Landtag, dass die Opfer und das unermessliche Leid niemals vergessen werden dürfen. Er verweist auf die "Verantwortung heutiger und künftiger Generationen, sich entschieden gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit zu wenden".

Wie notwendig diese Forderung sei, werde leider fast täglich deutlich, so wurde erst gestern bekannt, dass der jüdische Friedhof in Heiligenstadt geschändet wurde. Besonders abscheulich seien auch die im Umfeld des Gedenkens an die NS-Opfer erfolgte Zerstörung der Wanderausstellung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Göttingen und die ebenfalls am Osterwochenende vorgenommenen Nazi-Schmiereien in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Bodo Ramelow verweist auf den Schwur der Überlebenden von Buchenwald, der am Sonntag erneuert wird, und noch immer höchst aktuell ist, wenn es heißt: "Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung, der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel."

Mit Blick auf wieder bevorstehende Naziaufmärsche in Thüringen und vor dem Hintergrund der gemeinsamen Erklärung für ein demokratisches, tolerantes und weltoffenes Thüringen nimmt der LINKEN-Politiker die Landtagsparteien erneut beim Wort. "Wir müssen gemeinsam und unmissverständlich Gesicht zeigen. Es gilt, zivilgesellschaftliches Handeln zu stärken und Nazismus und Rechtspopulismus klar und deutlich eine Abfuhr zu erteilen. Das sind wir den Opfern der Nazi-Diktatur schuldig."

Bodo Ramelow, der am Sonntag an der Gedenkveranstaltung in Buchenwald teilnimmt, besucht morgen die Sonderausstellung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in der Nikolaikirche in Gardelegen und wird Blumen an dem Gedenkort niederlegen, der an das Massaker von Gardelegen erinnert, wo am 13. April 1945 SS-Männer, Angehörige der Wehrmacht und des Reichsarbeitsdienstes mehr als 1000 KZ-Häftlinge in eine Scheune getrieben und diese in Brand gesteckt hatten. Die Gräueltat gehört zu den grausamsten Verbrechen, die im Zusammenhang mit der Räumung der Konzentrationslager und den Todesmärschen bekannt wurden.