22. Juni 2010

Stillstand statt Schulreform

"Halbherzig ist der Weg, den Regierungskoalition und Bildungsminister bei der Einführung des längeren gemeinsamen Lernens in Thüringen gehen", betont Michaele Sojka, bildungspolitische Sprecherin der LINKEN, und nennt es "Stillstand statt versprochene Schulreform, was gegenwärtig in Koalition mit der CDU passiert".

"Nicht einmal eine Soft-Variante des längeren gemeinsamen Lernens für einige wenige Schülerinnen und Schüler in Thüringen hat mit dieser Landesregierung eine Chance", so Frau Sojka weiter. Wenn jetzt von Annäherung im Schulstreit zwischen SPD und CDU die Rede sei, "dann wird das Ziel des gemeinsamen Lernens, und zwar für alle Schüler in Thüringen, noch weiter in die Ferne rücken".

Die CDU mit ihrer konservativen, auf frühe Trennung setzenden Schulpolitik blockiere eine flächendeckende Umsetzung der Gemeinschaftsschule. Und der SPD bleibe gar nichts anderes übrig als von ihren eigenen Vorhaben und Versprechen in der Schulpolitik immer weiter abzurücken "und sich Minimalschritte schön zu reden, um den Koalitionsfrieden zu retten", sagt die Abgeordnete der LINKEN.

Sie verweist darauf, dass damit der Bürgerwille auf der Strecke bleibt, denn 70 Prozent der Thüringer wollen laut einer repräsentativen Umfrage vor der Landtagswahl 2009 das längere gemeinsame Lernen für alle Schüler. "Die Wählerinnen und Wähler haben sich mehrheitlich für eine Gemeinschaftsschule in ganz Thüringen und für eine spätere Trennung der Schüler in Regelschulen und Gymnasien ausgesprochen", unterstreicht Sojka. "Dass dies nicht mit der CDU, sondern nur in Koalition mit der LINKEN umsetzbar ist, sollte auch der SPD nicht erst seit dieser Woche klar sein", so die Abgeordnete abschließend.