26. Mai 2011

Erst Qualität sichern, dann gezielt fördern

Zu Medienberichten, wonach das Kulturministerium plant, zukünftig größere Theater und Orchester stärker und kleinere Häuser geringer zu fördern, erklärt die Kulturpolitikerin der Linksfraktion, Dr. Birgit Klaubert:

„Angesichts dieser Vorschläge können wir auch gleich den Finanzminister die Kulturpolitik machen lassen. Letzte Woche gab es in der Plenarsitzung noch keine Aussage und nun diese Meldung. Das zeigt, dass das Kulturleitbild wirklich nur ein Lightbild war. Kultur wird nicht als Wert an sich geschätzt, sondern als reiner Kostenfaktor betrachtet. Die Bedeutung der Theater und Orchester für die Gesellschaft wurde offensichtlich völlig ausgeblendet. Oberstes Ziel jedes Kulturministers müsste doch sein, mindestens die vorhandene Qualität zu sichern.“ Dazu sei es zwingend notwendig, die Förderung an die steigenden Nebenkosten und die Entwicklung der Tariflöhne anzupassen. Erst danach könne darüber nachgedacht werden, einzelne Einrichtungen wegen ihrer überregionalen Ausstrahlung besonders zu unterstützen.

Die Idee, bei kleineren Häusern, wie der Jenaer Philharmonie und dem Eisenacher Theater, Mittel wegzunehmen, um sie den größeren zur Verfügung zu stellen, sei mit der LINKEN keinesfalls machbar. „Woher soll denn beispielsweise Eisenach das Geld nehmen, um die Kürzungen des Landes auszugleichen? Die Entscheidung würde das Verschwinden der Kulturstätten einläuten. Ein sozialdemokratischer Kulturminister, der Theater und Orchester wegrationalisiert - das ist schon ein starkes Stück“, so Dr. Klaubert abschließend.