31. Mai 2011

Langzeitarbeitslosigkeit in Thüringen erneut gestiegen

„Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen sehen auf den ersten Blick – nimmt man lediglich die absoluten Arbeitslosenzahlen – zwar viel versprechend aus, aber bei näherer Betrachtung kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Langzeitarbeitslosigkeit in Thüringen im Mai erneut gestiegen ist“, sagt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion Ina Leukefeld.

Offiziell waren im Mai in Thüringen 102.359 Personen arbeitslos gemeldet, davon 70.808 Personen im Rechtskreis des SGB II, also im Hartz-IV-Bereich. „Und genau diese Position zeigt, dass sich Langzeitarbeitslosigkeit in Thüringen stetig verfestigt. Waren im April noch 67,9 Prozent aller Arbeitslosen dem SGB II zugeordnet, so beläuft sich deren Anteil in diesem Monat bereits auf 69,2 Prozent“, konstatiert die Arbeitsmarktexpertin.

Wenn zudem die steigende Beschäftigungsquote in Thüringen „vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Zeitarbeitsbranche boomt, ist dies kein gutes Signal für die Menschen“. Leiharbeit bedeute „Minijobs, Niedriglohn, schlechte Arbeitsbedingungen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Damit kann man nicht punkten, das hat mit guter Arbeit nichts zu tun“, sagt die Abgeordnete. Auch zeige der prozentuale Anstieg der Hartz-IV-Leistungsbezieher, dass „der viel gepriesene konjunkturelle Aufschwung in Thüringen an immer mehr Menschen vorbeigeht“, stellt Ina Leukefeld fest.

Die LINKE Politikerin fordert die Landesregierung auf, die ohnehin knapp bemessenen Finanzmittel für arbeitsmarktpolitische Instrumente vor allem einzusetzen, um Langzeitarbeitslose und besonders ältere Arbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen müssten spezieller auf diese Zielgruppe ausgerichtet und deren Übergang in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse organisiert werden.