14. September 2011

CDU und SPD gefährden mit Kommunalisierungs-beschluss die Zukunft der Grundschulhorte

„Mit der Entscheidung, das Personal in allen Grundschulhorten in die Trägerschaft der Kommunen zu übergeben, setzen CDU und SPD die Zukunft der Horte in Thüringen und damit der Grundschulen als Ganztagsschulen endgültig auf das Spiel“, protestiert die Bildungspolitikerin der Linksfraktion, Michaele Sojka. Angesichts immer klammerer Haushaltskassen in den Landkreisen, Städten und Gemeinden sei die Kommunalisierung der Grundschulhorte „der völlig falsche Weg“.

„Vor zwei Jahren in der Opposition war die SPD noch vehementer Gegner einer Kommunalisierung der Grundschulhorte. Nun tragen dieselbe SPD und ihr Bildungsminister zusammen mit der CDU mit dem Grundschulhort ein bundesweit hoch gelobtes bildungspolitisches Alleinstellungsmerkmal Thüringens zu Grabe “, unterstreicht die LINKE Bildungspolitikerin. Dabei bleibe in Zukunft völlig offen, ob weniger finanzstarke Kommunen sich einen Grundschulhort in der jetzigen Form leisten können. Auch sei zu befürchten, dass ähnlich wie bei den Kindertagesstätten die Eltern in Zukunft mit höheren Gebühren rechnen müssen.

Es mache bildungspolitisch gar keinen Sinn, dass Lehrer und Horterzieherinnen an den Grundschulen unterschiedliche Arbeitgeber haben. „Damit wird die pädagogisch-organisatorische Einheit von Unterricht und Betreuung erschwert oder ganz in Frage gestellt. Grundschulen sind Ganztagsschulen und um Ganztagsschulen optimal organisieren zu können, muss das Personal bei einem Arbeitgeber bleiben“, betont Frau Sojka. Unterschiedliche Personalverantwortung in Schulen habe immer Reibungsverluste zur Folge. Gerade angesichts der notwendigen individuellen Förderung der Schüler „muss es ein einheitliches pädagogisches Handeln sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unterrichts an der Schule geben“.

Die Erfahrungen der bisher kommunalisierten Horte zeigten, dass weder das Fachkräftegebot noch die entsprechende Vergütung zur Bestreitung des Lebensunterhalts für das an den Horten angestellte Personal abgesichert seien. „Horterzieherinnen mit einem Gehalt unter Hartz-IV-Niveau, das ist die traurige Realität an den Horten“, so Sojka abschließend.