14. September 2011

Rechtsextremer Aufmarsch am 15. September ist ungeheuerliche Provokation

„Wieder einmal demonstriert die NPD ihr wahres menschenverachtendes Gesicht hinter der verlogenen Maske einer nur scheinbar normalen Partei“, sagt der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow. Genau 76 Jahre nachdem im faschistischen Deutschland die antisemitischen „Nürnberger Gesetze“ beschlossen wurden und man damit die Grundlage für den Holocaust legte, wollen am 15. September die Erben des faschistischen Deutschlands ausgerechnet vor dem Landtag in Erfurt aufmarschieren. Im Fraktionsgebäude hatte die Gestapo ihren Sitz und hier wurden später die Deportationen von Jüdinnen und Juden organisiert.

„Wir begrüßen es, dass der Thüringer Landtag fraktionsübergreifend mit eigenen Veranstaltungen gegen diese ungeheuerliche Provokation demonstriert und der Opfer des deutschen Faschismus gedenkt“, so Ramelow.
Die Landtagspräsidentin lädt um 13 Uhr zum Erinnern und Gedenken an die Verfolgten des Nationalsozialismus als Protest gegen den NPD-Aufmarsch ein, ab 14 Uhr findet eine szenische Lesung „Ausgrenzung, Entrechtung, Vertreibung, Beraubung, Deportation, Zwangsarbeit und Ermordung“ mit Rüdiger Bender (Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne), Dr. Martin Borowsky (Deutsch-Israelische Gesellschaft), Dr. Andreas Schneider (Bildungszentrum der Polizei) und Studierenden der Universität Erfurt gemeinsam mit dem ehemaligen Buchenwald-Häftling Gert Schramm vor dem Thüringer Landtag statt.

Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN ruft im Namen seiner Fraktion Bürgerinnen und Bürger dazu auf, auch ein zivilgesellschaftliches Zeichen gegen die menschenverachtende Ideologie zu setzen und sich an den Kundgebungen ab 15.30 Uhr am und um den Thüringer Landtag zu beteiligen. „So können wir gemeinsam deutlich zu machen, dass in einer demokratischen und humanistischen Gesellschaft ein Aufmarsch der NPD kein zu ertragender Ausdruck von Meinungsfreiheit ist“, so Ramelow.