8. September 2011

Weiterer Schlag ins Gesicht künftiger Rentnerinnen und Rentner

Nachdem die Bundesregierung schon das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre angehoben und damit das Armutsrisiko im Alter deutlich erhöht hat, werde jetzt der Anschein erweckt, eine Mindestrente verhindere in Zukunft Altersarmut. „Das ist reine Augenwischerei“, sagt Margit Jung, familienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag. „Wenn Menschen eine 45-jährige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung und eine private Altersvorsorge nachweisen müssen, sind viele von vornherein ausgeschlossen.“

„Gerade jene, die Hartz IV beziehen und nicht mehr in die Rentenversicherung einzahlen, Frauen, die über Jahre oder gar Jahrzehnte die Familienarbeit übernommen haben, Menschen mit so geringem Einkommen, dass ihnen kein Euro für eine zusätzliche private Altersversorgung übrig bleibt, sind wieder die Verliererinnen und Verlierer. Ein weiteres Mal zeigt sich die Bundesregierung von ihrer unsozialen Seite“, kritisiert Margit Jung. „Von der Leyen geht es nicht darum, einen Ausweg aus der drohenden Krise der Altersarmut zu finden, sondern mit unbrauchbaren Maßnahmen politische Verantwortung vorzutäuschen.“

Jetzt sei die Zeit, entschiedene Schritte gegen die drohende Verarmung im Alter zu unternehmen. „Wir brauchen die Rücknahme aller Kürzungsfaktoren in der Rente einschließlich der Rente ab 67, den Verzicht auf Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente, eine bessere Absicherung von Langzeiterwerbslosen in der Rentenversicherung und eine solidarische einkommensgeprüfte Mindestrente von 850 Euro – und zwar für alle.“ DIE LINKE kämpfe auch weiterhin gegen Altersarmut und für ein würdevolles Leben, unabhängig vom Lebensalter.