5. September 2011

DIE LINKE kritisiert Abschieben der Verantwortung durch Hort-Kommunalisierung

Angesichts der vom Kultusminister angestrebten endgültigen Kommunalisierung aller Grundschulhorte warnt Michaele Sojka, Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Eine Kommunalisierung bringt keinen Qualitätssprung, sondern wird mittelfristig die Beschäftigungsbedingungen für die Erzieherinnen verschlechtern.“ Die Abgeordnete teilt die Bedenken der betroffenen Beschäftigten und der Gewerkschaft hinsichtlich der geplanten Übertragung der Horte vom Land auf die Kommunen.

Bereits jetzt würden finanzielle Einbußen durch die Teilnehmer an Kommunalisierungsmodellen beklagt. „Personalmangel, ein zu hohes Durchschnittsalter der Erzieherinnen und eine Entlohnung unter Hartz-IV-Niveau – so ist die Realität an den Thüringer Grundschulhorten, die der Kultusminister zu verantworten hat. Anstatt die Situation schnellstens zu verbessern, windet sich der SPD-Minister aus der Verantwortung und überlässt den Kommunen die Probleme“, moniert die Linksfraktionärin.

„Vor allem die Tatsache, dass aus pädagogischer Sicht die Einheit von Schule und Hort und damit die ganzheitliche Weiterentwicklung zur Ganztagsschule aus einer Hand gefährdet ist, spricht gegen den Kommunalisierungsplan des Kultusministers“, unterstreicht Frau Sojka am Rande der heutigen Bildungskonferenz der GEW zur Zukunft der Thüringer Grundschulen und Grundschulhorte. Die wichtigen Vorhaben, wie Inklusion und individuelle Förderung, seien bereits jetzt nach Ansicht des Ministers lediglich am Vormittag umzusetzen. „Anstatt einem verfehlten Kommunalisierungsplan weiter nachzujagen, sollten die Verträge der Erzieherinnen im Arbeitsumfang deutlich erhöht und entfristet werden“, fordert die Bildungsexpertin der LINKEN.