15. August 2012

Spitzenplatz im Bildungsmonitor ist reine Augenwischerei

„Der arbeitgeberfinanzierte Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bildet die tatsächliche Situation an Thüringer Schulen nur unzureichend ab“, sagt Dirk Möller, Sprecher für Schulpolitik der Linksfraktion im Thüringer Landtag, mit Verweis auf die heute vorgestellte Studie. „Statt kleine Klassen und hohe Bildungsausgaben sind ein Mangel an Pädagogen an den Thüringer Schulen und damit einhergehender Unterrichtsausfall an der Tagesordnung.“

Der Landtagsabgeordnete hebt besonders die völlig verzerrte Betreuungsrelation im aktuellen Bildungsmonitor hervor. „Eine Schule, bei der auf zehn Schüler ein Lehrer kommt, gibt es so in der Realität in Thüringen nicht. Diese Zahl existiert nur auf dem Papier und in den Statistik-Tabellen. Es wurde außer Acht gelassen, dass sich viele Lehrkräfte gar nicht im aktiven Schuldienst sind, da sie sich in der Ruhephase der Altersteilzeit befinden bzw. in Verwaltungen, Ämtern und dem Ministerium tätig sind. Unser Spitzenplatz ist somit hinfällig“, betont der LINKE Bildungspolitiker.

„Bei dieser Studie werden aus reinen Quantitäten – die teilweise nicht einmal richtig definiert werden – Qualitäten abgeleitet, welche in den dargestellten Zahlen in keiner Weise enthalten sind“, so der Abgeordnete weiter. „Allein die Gegenüberstellung der Bildungsausgaben zu den Gesamtausgaben je Einwohner macht dies deutlich. Würden die Bildungsausgaben dem Bruttoinlandsprodukt gegenübergestellt, würde sich ein viel differenzierteres und aussagekräftigeres Bild abzeichnen“, macht Möller deutlich. „Darüber hinaus muss ebenfalls klargestellt werden, dass ein großer Teil der Landesausgaben für Bildung gar nicht bei den Thüringer Schulen ankommen, da es reine Personalausgaben sind“, so der schulpolitische Sprecher abschließend.