20. August 2012

Unbezahlte Praktika: Ausbeutung von Studierenden auch im Thüringer Landesdienst

Zur Praktika-Situation von Studierenden in Thüringer Behörden erklärt Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Es ist ein Skandal, unter welchen Umständen Studierende im Landesdienst arbeiten müssen. Nicht einmal fünf Prozent der Betroffenen erhalten eine Vergütung trotz der wichtigen und bedeutenden Arbeit, die von ihnen geleistet wird.“

Dies ist das Ergebnis einer Kleinen Anfrage der LINKE-Abgeordneten Ina Leukefeld und Susanne Henning an die Landesregierung. Von 2009 bis 2011 haben fast 1.500 junge Menschen Praktika im Thüringer Landesdienst abgeleistet, davon erhielten nur 69 eine geringe Aufwandsentschädigung oder Vergütung.

Leukefeld weiter: „Hinzu kommt, dass es seitens der Landesbehörden keinerlei Sicherung oder Kontrolle der Qualitätsstandards für den Einsatz von Praktikantinnen und Praktikanten gibt. So bleibt völlig unklar, ob die unbezahlte Arbeit sich wenigstens als inhaltlicher Zugewinn für die Betroffenen erweist.“

Änderungen an der derzeitigen Situation hält die Landesregierung nicht für notwendig. „Sei es bei der angemessenen Vergütung von Praktika, sei es beim Hin und Her eines flächendeckenden, gesetzlichen und existenzsichernden Mindestlohns: Die Landesregierung beweist leider immer wieder ihr prekäres Verständnis von Beschäftigung. Arbeit muss angemessen vergütet werden – auch die einer Praktikantin oder eines Praktikanten“, fordert Leukefeld abschließend.