10. August 2012

Transplantationen nach Mehr-Augen-Prinzip dringend notwendig

„Wir sollten in Thüringen nicht so lange warten, bis es auf Bundesebene eine Gesetzesänderung gibt, sondern versuchen, landesrechtlich im Rahmen der Novelle des Thüringer Krankenhausgesetzes eine schnelle Rechtssicherheit zu schaffen, damit unbedingt ausgeschlossen wird, dass nur noch ein Arzt beurteilt, ob und an wen Organe zur Transplantation vergeben werden“, fordert der Gesundheitspolitiker der Linksfraktion im Landtag, Jörg Kubitzki.
 
Im Rahmen einer Sommertour diskutiert der LINKE-Politiker mit Vertretern von Gesundheitseinrichtungen, Standesvertretungen und Krankenkassen u.a. die Novellierung des Thüringer Krankenhausgesetzes und die Errichtung eines gemeinsamen Landesgremiums für die Entwicklung sektorübergreifender Versorgungsstrukturen im Gesundheitsbereich.
 
Beim Besuch des Präsidenten der Landesärztekammer, Dr. Wesser, hat neben diesen Themen auch die Diskussion zur Organtransplantation eine Rolle gespielt. Der Skandal rufe bei der Bevölkerung Verunsicherung hervor und trage nicht zur Motivation für eine Organspende bei.
„Ich teile die Auffassung von Dr. Wesser, dass eine starke Trennung zwischen den Ärzten auf der Spenderseite und dem Transplantationsteam auf der anderen Seite unbedingt eingehalten werden muss. Auch das beschleunigte Verfahren der Transplantation muss auf den Prüfstand kommen, um Manipulationen weitestgehend auszuschließen. Es ist wichtig, dass bei der Entscheidung für eine Transplantation das Mehr-Augen-Prinzip eingeführt wird“, fordert Jörg Kubitzki. Diese Regelung könne in der Novelle des Thüringer Krankenhausgesetzes vorgenommen werden.