9. August 2012

Ehrenbürgerschaft für Avital Ben-Chorin ehrt die Stadt Eisenach

Am Samstag, 11. August, wird in Eisenach die Ehrenbürgerwürde an Avital Ben-Chorin verliehen. "Das ist eine gute Entscheidung des Stadtrates, auch auf diese Weise an das Schicksal im Nationalsozialismus ermordeter, deportierter, vertriebener und in den Selbstmord getriebener Juden zu gedenken. Die Ehrung ist ein bedeutendes Ereignis für die Wartburgstadt, aber auch für ganz Thüringen", sagt Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Thüringer Landtag. Besonderer Dank gelte der Oberbürgermeisterin von Eisenach, Katja Wolf.

Die Festveranstaltung am Samstag sei eine Mahnung, den millionenfachen Menschenmord durch deutsche Verantwortung niemals in Vergessenheit geraten zu lassen. Die höchste Auszeichnung der Stadt einer so renommierten Persönlichkeit und Zeitzeugin zu verleihen, sei auch "eine ermutigende Geste an all jene, die die Erinnerung an die Geschichte wach halten und sich alten und neuen Neonazis in den Weg stellen", so Bodo Ramelow. Er hebt hervor, dass Avital Ben-Chorin besonders engagiert für Verständigung und Dialog zwischen Menschen verschiedener Herkunft, Religionen und Weltanschauung eingetreten ist. Daher sei die Auszeichnung mit der Ehrenbürgerwürde auch eine "Brücke in die Zukunft".

Frau Ben-Chorin, die 1923 in Eisenach als Erika Fackenheim geboren wurde, habe mit ihrem Wirken zum Ausdruck gebracht, dass das jüdische Leben zur Kultur in diesem Land gehört. Es sei zudem "ein Zeichen für eine lebendige jüdische Gemeinde in Thüringen", dass viele Repräsentanten jüdischen Glaubens bei der Ehrung anwesend sein werden.

Der Fraktionsvorsitzende, der Frau Ben-Chorin persönlich kennt und schätzt, wird als Gast an der Stadtratssitzung in Eisenach teilnehmen. "Diese Ehrenbürgerschaft ehrt die Stadt Eisenach", sagt Bodo Ramelow, der Avital Ben-Chorin bei seinem ersten Israel-Besuch im Jahr 2008 kennengelernt hat und sie vor zwei Jahren in Erfurt begrüßte.