8. August 2012

Kurzsichtiger Thüringer Hochschulentwicklungsplan

Wie der Presse zu entnehmen war, sind die Thüringer Hochschulen aufgefordert, Struktur- und Entwicklungspläne bis 2015 vorzulegen. „Erstaunlich ist, dass sich das Ministerium über ein Jahr gegen die Erstellung eines Landeswissenschaftsplanes gewehrt hat und nun einen Hochschulentwicklungsplan vorlegt, der sich als Notvariante für die Entwicklungsplanung entpuppt und fast ausschließlich auf die Gestaltung der finanziellen Rahmenbedingungen abhebt“, stellt Dr. Karin Kaschuba fest.

„Dieser Struktur- und Entwicklungsplan enthält die Vorgabe des Ministeriums, zehn Prozent der bisherigen Haushaltsmittel einzusparen, was vorrangig  Personalkürzungen betreffen wird“ , so die Sprecherin für Hochschul- und Wissenschaftspolitik der Linksfraktion weiter. Sie gibt zu bedenken, dass diese Kürzungen zu Lasten der Studenten und vor allem der Attraktivität des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Thüringen und insbesondere Jenas gehen werden, denn gekürzt wird durch Personaleinsparungen, sprich bei Professuren.

„In Bezug auf die Planung und Entwicklung der Hochschul- und Wissenschaftslandschaft in Thüringen sehen wir in den Struktur- und Entwicklungsplänen für die einzelnen Fakultäten den falschen Ansatz. Vielmehr sollten solche Themen, wie die Nutzung und Verzahnung von Wissenschaft und Forschung mit dem Hochschulbereich, stärker in den Fokus der Hochschulentwicklung genommen werden. Die Entwicklung ausschließlich auf die Kürzung von Haushaltsmitteln, vor allem auf Einsparungen beim Lehrpersonal, zu richten, ist nicht nur verantwortungslos, sondern kurzsichtig und kontraproduktiv“, betont Frau Dr. Kaschuba.

Sie fordert das Ministerium auf, sorgfältiger mit der Hochschullandschaft in Thüringen umzugehen, denn „angesichts der demografischen Entwicklung und des steigenden Fachkräftebedarfs im Land sollte man die Chancen nicht verspielen, sonst werden Erfolgs-Meldungen, wie das auf dem Mars gelandete Raumfahrzeug Curiosity mit Sensoren aus Jena, die Ausnahme bleiben“.