8. August 2012

Scheringer-Wright: "Wir lassen uns durch rechtsextreme Straftaten nicht einschüchtern"

Die Linksfraktion bezeichnet es als Besorgnis erregend, dass Häuser und Büros der LINKEN und ihrer Abgeordneten, die sich in ihrem Engagement gegen braunen Ungeist nicht einschüchtern lassen, immer wieder zur Zielscheibe rechtsextremer Straf- und Gewalttaten werden und verweist auf die jüngsten Vorfälle.

So musste gestern die Abgeordnete der Landtagsfraktion Dr. Johanna Scheringer-Wright feststellen, dass auf die Papiertonne ihres Wohnhauses ein großes rotes Hakenkreuz gesprüht war. Die Abgeordnete, die seit Juli wieder im Thüringer Landtag ist, engagiert sich seit Jahren gegen Neonazismus in ihrer Eichsfeld-Region. Sie unterstützt Aufklärungsveranstaltungen, Antifa-Rockkonzerte und ist Vorsitzende des  Vereins für aktive Demokratie und Kultur - aktiv e.V., der auch im Bürgerbündnis gegen Nazis im Eichsfeld mitmacht.

"Die Nazi-Schmiererei sollte sicherlich der politischen Einschüchterung dienen. Doch das wird niemanden erreichen, einschüchtern lassen wir uns nicht", betont Scheringer-Wright, die umgehend Strafanzeige erstattete. Dies sei wichtig, um Öffentlichkeit zu erzeugen. "Damit werden solche Taten diskutiert und Menschen zum Nachdenken angeregt", hofft die Abgeordnete. "Insbesondere die Tatsache, dass in Leinefelde eine direkte Verbindung mit der rassistischen Terrorgruppe Arya Terror Brigade dargestellt wird, ist besorgniserregend. Was diese rassistische Terrorbrigade tatsächlich in Deutschland macht, ist unklar. Im Internet ist die Brigade jedoch sehr aktiv. Die Domain aryanterrorbrigade.com ist in den USA angemeldet, beim Provider Proxy, der jedoch der interessierten Öffentlichkeit keine Daten über den Anmelder freigibt. Dem müssen die Behörden unbedingt nachgehen. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Eisenach, dürfen solche Darstellungen nicht ignoriert oder als Einzeltat abgetan werden", sagt Scheringer-Wright.

Erst in der vergangenen Woche waren in Sömmerda Nazi-Parolen und -Aufkleber am Büro des LINKE-Kreisverbandes, das auch Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten Dirk Möller ist, entdeckt worden. Rechtsextreme Schmierereien fanden sich zeitgleich an einer Gedenkstele zur Erinnerung an den Todesmarsch von Häftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald in Sömmerda.

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