30. August 2012

Kochen statt Catering

„Kinder sollten wieder einen eigenen Bezug zu Lebensmitteln und zur Essenzubereitung bekommen, indem sie in ihrer Kita oder Schule kochen lernen und dort zubereitetes Essen genießen können“, schlägt Margit Jung, familienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag zu Beginn des neuen Kita- und Schuljahres vor. „Essen, das über den Catering-Service angeliefert wird, Fertigmenüs für die Mikrowelle und McDonalds erschweren einen positiven Bezug zu Nahrungsmitteln.“

Dies mache sich insbesondere an den Ernährungsgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen fest. Schon im Jahr 2006 sei in der Studie EsKiMo des Robert-Koch-Instituts festgestellt worden, dass Kinder und Jugendliche zu wenige pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Brot und Kartoffeln essen und ihre Vorlieben eher bei Fast Food und Limonade liegen. „Derlei Präferenzen lassen sich nicht durch Belehrungen ändern, sondern nur durch Erfahrung“, stellt die Familienpolitikerin fest. „Wer selbst Tomaten geschnitten und Kräuter zerkleinert hat, lässt das Ketchup schon mal für eine eigene Tomatensoße stehen.“
 
Ähnlich sei es mit dem Essen, das nicht angeliefert, sondern in Kita und Schule gekocht werde. Hier könnten die Kinder die Lebensmittel im Originalzustand sehen, riechen, wie Mittagessen zubereitet werde und dieses frisch anstatt aufgewärmt genießen. In Thüringen gebe es durchaus ein Bewusstsein für die Bedeutung gesunder Ernährung für Kinder und Jugendliche, was der Beitritt zur Plattform Ernährung und Bewegung zeige. „Jetzt gilt es, diesem Schritt einen weiteren folgen zu lassen und sich damit zu beschäftigen, wie das Kochen wieder in Kitas und Schulen zurückgeholt werden kann“, betont Frau Jung.
 
Die LINKE schlägt vor, mit den Einrichtungen zu beginnen, die noch über eigene Küchen verfügen. „Hier muss zunächst die Finanzierung der Köchinnen und Köche geregelt werden“, sagt die Abgeordnete. Danach müsse der Einbau neuer Küchen geplant werden. Auf Dauer werde es nicht teurer, vor Ort mit regionalen Lebensmitteln zu kochen, als das Geld in Cateringfirmen fließen zu lassen. „Und wenn dies zu gesünderer Ernährung und einem besseren Bezug zu Lebensmittel führt, können wir gar nicht früh genug damit beginnen“, so die LINKE Familienpolitikerin abschließend.