29. August 2012

Neues Schuljahr – alte Probleme

Der Schulpolitiker der Linksfraktion, Dirk Möller, fasst die Ankündigungen von Minister Matschie kurz zusammen: „Neues Schuljahr, alte Probleme.“ Der Abgeordnete verweist auf den immer noch viel zu hohen Altersdurchschnitt der Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen und die wiederum zu erwartenden Krankheitsausfälle, die offenbar nicht abgefedert werden könnten.

Der Neueinstellung von 350 Lehrern stehe der Abgang von 320 Lehrern in den Ruhestand gegenüber. Es sei äußerst  fragwürdig, „ob die Schulen von diesem Plus, das sowieso nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein ist, spürbar etwas haben werden“, befürchtet Möller. Zudem würden die Einstellungen in den Schuldienst meist viel zu spät vorgenommen, was die Planungssicherheit an den Schulen gefährde.  

Man könne „nur hoffen, dass die Eigenverantwortung der Schulen in Thüringen – ein bisher schon schleppender Prozess – durch das angekündigte Pilotvorhaben für eigenverantwortliche Personalentscheidungen wirklich vorangetrieben wird“, sagt der LINKE Schulpolitiker. Die Entwicklung der Gemeinschaftsschule im Freistaat vollziehe sich auch „eher bedächtig“, wenn der Minister jetzt zehn neue Gemeinschaftsschulen ankündige. „Ein Skandal ist es, dass die CDU das so notwendige Landesprogramm Schulsozialarbeit blockiert“, betont Möller. Hier müsse der Minister noch mehr Druck entfalten.

Mit Blick auf die Berufsbildenden Schulen und den Rückgang ihrer Schülerzahlen, fordert die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Hennig, die Einhaltung des Versprechens, dass Auszubildende bei weiteren Fahrtwegen finanziell unterstützt werden. Der Minister müsse eine Richtlinie zur Fahrtkostenerstattung vorlegen und sollte sich an Bayern ein Beispiel nehmen, wo die Kosten vom Land komplett übernommen werden, so Hennig abschließend.