18. Dezember 2012

Sieben-Punkte-Programm und doch den Kern verfehlt

Nach Minister Matschie sind 3,5 Prozent der Unterrichtsstunden in der Erhebungswoche im November ausgefallen. "Unter den Tisch gekehrt wird der fachfremd vertretene Unterricht", kritisiert Susanne Hennig, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, in Reaktion auf die heute präsentierten Zahlen. Dann müsse nämlich davon ausgegangen werden, dass etwa 8 bis 10 Prozent des Unterrichts ausfällt. "Dem muss ein Minister ehrlich begegnen, sonst bleibt es ein 'Floskel-Sieben-Punkte-Plan', wenn die Zahlen schon nicht stimmen", so Hennig weiter. Möglicherweise wird dazu der Landesrechnungshof mit seinen angekündigten Prüfungen mehr Licht ins Dunkel bringen können.

"Dass jetzt mit einem Sieben-Punkte-Maßnahmenplan ein öffentliches Versprechen gegeben wurde, das Thema Unterrichtsausfall endlich anzugehen, ist ein erster Schritt in eine richtige Richtung. Dieser Weg ist aber noch sehr weit. Mehr und schnellere Einstellungen, die Schaffung einer Vertretungsreserve, zu viele Lehrkräfte, die gar nicht mehr im Unterricht tätig oder langzeitkrank sind - das sind Themen, die von meiner Fraktion permanent thematisiert werden. Wir können nur hoffen, dass das Versprechen des Bildungsministers nicht nur heiße Luft bleibt", so die Bildungspolitikerin weiter.

Was Thüringen tatsächlich brauche, ist ein Personalentwicklungskonzept im Bildungsbereich und damit eine verlässliche Nachbesetzung aller Personen, die altersbedingt aus dem Schuldienst austreten und damit eine Harmonisierung der Altersstruktur im Lehrerbereich. "Davon sind Matschies Ankündigungen weit entfernt. So wird die Decke immer zu kurz bleiben. Weiterbildung, Gesundheitsschutz, die Wiedereinführung der Klassenleiterstunde und eine vernünftige Personalpolitik gehören in ein bildungspolitisches Repertoire gegen Unterrichtsausfall" so Hennig abschließend.