18. Dezember 2012

Thüringen muss sich für Gleichstellung von Lebenspartnerschaften bei Adoption und Ehe stark machen!

Vor dem Hintergrund der heutigen mündlichen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts zu Fragen im Zusammenhang mit der Adoption von Kindern durch eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften fordert Karola Stange, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der Fraktion DIE LINKE: "Die Thüringer Landesregierung muss umgehend im Bundesrat mit eigenen Vorschlägen zur Änderung des Bundesrechts aktiv werden, um die umfassende Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften bei der Adoption durchzusetzen." Dazu sei die Landesregierung durch das Diskriminierungsverbot in Artikel 2 der Thüringer Verfassung, bezogen auf das Kriterium der sexuellen Orientierung seit dem Inkrafttreten der Verfassung, verpflichtet.

Es gebe keinerlei sachlich stichhaltige Gründe, Lesben und Schwule als Eltern bei Adoptionen zu benachteiligen, betont die LINKE-Gleichstellungspolitikerin. Die Abgeordnete verweist darauf, dass in anderen Staaten, wie z.B. den Niederlanden, Dänemark, Großbritannien und Spanien, solche gemeinsamen Adoptionen schon ohne weiteres möglich sind. "Thüringen sollte ausgehend von seinem sehr fortschrittlichen Diskriminierungsverbot sich dafür einsetzen, dass die Bundesrepublik den Zug der europäischen Entwicklung zu umfassender Gleichstellung nicht verpasst", so Stange. Sie verweist darauf, dass mit der noch ausstehenden, aber ebenfalls notwendigen Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften sich auch die Probleme beim Adoptionsrecht lösen lassen. "Deshalb sollte sich Thüringen im Bundesrat umgehend auch für die so genannte Homo-Ehe einsetzen", fordert Stange und kündigt abschließend zeitnah entsprechende parlamentarische Initiativen der LINKE-Fraktion im Landtag an.