13. Dezember 2012

Verkauf der TLG Immobilien an Heuschrecke Lone Star ist Ausverkauf staatlichen Eigentums

"Die jetzt bekannt gewordene Entscheidung der Bundesregierung, die TLG Immobilen GmbH, welche in Ostdeutschland neben Gewerbe-Immobilien auch Wohnungen hat, an den Finanzinvestor Lone Star für 1,1 Mrd. Euro zu verkaufen, zeigt, dass die Bundesregierung weder im Interesse der Mieter noch der Steuerzahler handelt", erklärt die wohnungspolitische Sprecherin der LINKE-Fraktion, Heidrun Sedlacik.

Die TLG Immobilien war eines der führenden Immobilienunternehmen in Ostdeutschland. Nach der Aufspaltung der aus DDR-Vermögen stammenden Immobilien nach Wohn- und Gewerbebereich verfügt die TLG Immobilien über etwa 780 Gewerbe-Immobilien in den ostdeutschen Bundesländern. Diese umfassten neben Bürohäusern, Einkaufszentren, Gewerbeparks und Hotels, 16 Objekte mit Seniorenresidenzen und betreuten Wohnen sowie auch an die Objekte angeschlossene Wohnungen, die aufgrund der baulichen Situation nicht mit an die TLG Wohnen GmbH übertragen wurden.

Bei Lone Star handelt es sich um ein Unternehmen, dessen Handeln nicht von Kompromissfähigkeit geprägt ist, eher von der Fähigkeit, das Erworbene zu filetieren, abzuspalten, auszupressen und weiterzuverkaufen. Die Wohnraum- und Gewerbemieter werden nunmehr zum Spielball der Gewinninteressen der Anleger bei Lone Star.

"Der Verkauf eines dem Staat Gewinn bringenden Unternehmens, welches auch einen sozialen Anspruch hatte, an einen Finanzinvestor, zeigt, dass die Worte der Bundesregierung über sozialen Ausgleich und Beachtung der demografischen Entwicklung nur Worthülsen sind. Nur der kurzzeitige Profit ist maßgeblich, ohne zu beachten, dass die langfristige Sicherung staatlichen Eigentums diesem auch Gestaltungsmöglichkeiten einräumt", konstatiert die LINKE-Abgeordnete.

Erneut habe die Bundesregierung verpasst im Interesse der Bürger zu handeln. "Der Verzicht auf den Verkauf hätte ein richtiges politisches Zeichen gesetzt. Erneut sind Chancen vertan worden", so Frau Sedlacik.