3. Dezember 2012

Gutachten zu Sanierungskosten des Teersees Rositz wird Thema im Umweltausschuss

Zum heute vom Thüringer Rechnungshof vorgestellten Sondergutachten zur Sanierung des ehemaligen Teerwerks in Rositz kündigt der Umweltpolitiker der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Tilo Kummer, eine Befassung im Umweltausschuss an.

"Wir möchten uns dort umfassend über die Hintergründe des dramatischen Kostenanstiegs berichten lassen", so der Abgeordnete. In diesem Zusammenhang sollen auch mögliche Neuregelungen bei den Sanierungszuständigkeiten beraten werden, die möglicherweise auf den Landkreis Altenburger Land zukommen. "Wenn unkalkulierbare Risiken für den Kreis entstehen, kann er damit nicht allein gelassen werden", unterstreicht Kummer.

Aufräumen möchte Umweltpolitiker auch mit dem Begriff "DDR-Umweltsünde", der immer wieder öffentlich kursiert, weil "der Teersee seinen Ursprung bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts hat, wo Braunkohlenteer, Öle und Kraftstoffe hergestellt und Abfälle abgelagert wurden". Daher wäre es nach Kummers Überzeugung auch legitim gewesen, ehemalige Eigentümer der Altlast für die Sanierungskostenübernahme mit heranzuziehen, was nie passiert sei.

Stattdessen habe 1994 die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) im Auftrag des Freistaates die Flächen in ihr Eigentum übernommen und sanieren lassen. "Dass die Kosten über die Jahre so exorbitant explodieren, war sicher nicht bis ins letzte Detail vorhersehbar. Deshalb soll die Landesregierung umfassend über die bisherigen und weiter zu prognostizierenden Maßnahmen und Kosten berichten", fordert Tilo Kummer.