20. Dezember 2012

Fragwürdige Vollbeschäftigungs-Prognose

Zu aktuellen Prognosen über eine demografisch bedingte Vollbeschäftigung innerhalb der nächsten zehn Jahre in Ostdeutschland erklärt Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag:

"Die Prognose des ifo-Instituts Dresden ist alles andere als eine gute Aussicht für die ostdeutschen Bundesländer und auch kein Erfolg bisheriger Politik. Der erwartete weitere Wegzug gerade der jungen und gut qualifizierten Fachkräfte, besonders auch junger Frauen, gen Westen ist vor allem das Ergebnis des jahrzehntelangen Niedriglohnversuchsfelds Ostdeutschland - allen voran Thüringen", so die LINKE Politikerin weiter.

Die Zahlen sprechen Bände: Schon jetzt ist der Osten Deutschlands im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt deutlich überaltert. Das ifo-Institut Dresden sieht nun einen weiteren Exodus von einem bis anderthalb Prozent der Arbeits- und damit vor allem Fachkräfte auf Ostdeutschland zukommen.

Frau Leukefeld: "Diesem Trend muss sich die Politik entschlossen entgegenstemmen. Wir brauchen endlich GUTE Arbeitsbedingungen und vor allem den flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde, um die Lohn-Abwärtsspirale zu beenden." Das Normalarbeitsverhältnis müsse wieder gestärkt werden, "um jungen Menschen und Familien eine Perspektive zu bieten, die über Leiharbeit, Teilzeit und Minijob hinausweist. Darüber hinaus muss auch endlich für die jungen Menschen in Thüringen, die derzeit noch nicht als topqualifiziert gelten können, eine Perspektive eröffnet werden. Unternehmen und öffentliche Hand müssen entschlossen nach Wegen suchen, um dieses Potential an Wissen und Fähigkeiten nicht weiter zu verschenken", fordert die arbeitsmarktpolitische Sprecherin abschließend.