28. März 2012

Druck machen für bessere Entlohnung!

„Die große Beteiligung von Betriebs- und Personalräten an der Tagung zeigt, dass starke Interessenvertreter der Beschäftigten vorhanden sind. Niedriglohnpolitik, prekäre Beschäftigung, ungleiche Arbeitsbedingungen von Frauen und Männern, von jungen und älteren Beschäftigten und eine tiefe Spaltung des Arbeitsmarktes müssen ein Ende haben. Nur so kann der immer noch hohen Abwanderung entgegengewirkt werden“, sagt Ina Leukefeld, Arbeitsmarktexpertin der Fraktion DIE LINKE, nach der heutigen Betriebs- und Personalrätekonferenz in Erfurt.

40 Prozent der Befragten in Thüringen sind abwanderungswillig, darunter vor allem Akademiker (73 Prozent), gute Fachkräfte und überdurchschnittlich betroffen sind junge Frauen - das belegt eine heute vorgestellte Studie. Die Position des Wirtschaftsministers, dass gute Arbeit zur wichtigsten Standortfrage wird, teilt die LINKE-Landtagsabgeordnete ausdrücklich: „Ich bezweifle allerdings, ob dem Minister außer starken Worten noch mehr einfällt, um sich von den Zwängen der Koalitionspartner zu emanzipieren.“ Das zeige sich nicht nur beim Gesetzentwurf für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, der seit Wochen in der Schublade liegt und noch immer nicht als Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht wurde.

Das wird auch am Beispiel Thüringens als Niedriglohnland deutlich. Schließlich sei der Freistaat immer noch Schlusslicht bei den Löhnen in Deutschland vor Mecklenburg-Vorpommern, dafür aber unangefochtener Spitzenreiter bei Leiharbeit. „Es lohnt sich, gegen diese Benachteiligung zu kämpfen und die Kultur der Angst der ArbeitnehmerInnen vor Arbeitsplatzverlust zu überwinden. Ohne Umverteilung von Reichtum wird eine gute Bezahlung von Arbeit, insbesondere in der Sozialwirtschaft, im sozio-kulturellen und im Dienstleistungsbereich nicht möglich sein“, so Frau Leukefeld. Ein Umsteuern sei dringend geboten. Die Arbeitsmarktpolitikerin fordert Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte auf, der Politik das Feld nicht allein zu überlassen. „Druck in den Betrieben und Einrichtungen sowie auf der Straße ist unverzichtbar, wenn sich etwas ändern soll“, unterstreicht die Linksfraktionärin.