28. März 2012

Landesregierung lässt Theater Eisenach ausbluten!

„Diese Spielchen innerhalb der Landesregierung werden auf dem Rücken der Kulturschaffenden ausgetragen. Die Hängepartie für das Eisenacher Theater ist unerträglich und ein echtes Drama! Um die Rettung des Theaterstandorts geht es dabei doch schon lange nicht mehr“, moniert die Eisenacher LINKE-Landtagsabgeordnete Katja Wolf in Bezug auf die Diskussion zwischen Kultusminister Matschie und Finanzminister Voß hinsichtlich der Finanznot des Theaters. Die Linksfraktion plant, Sondersitzungen für den Haushalts- und Finanzausschuss sowie den Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur zu beantragen, um Lösungen für die Situation der Theater in Thüringen zu finden.

In einer Pressemeldung hatte Kultusminister Matschie verlautbaren lassen, er habe um die Bereitstellung der erforderlichen zwei Millionen Euro zur Rettung des Theaters gebeten, doch diese seien von den CDU-Kabinettsmitgliedern abgelehnt worden.
Die Probleme in Eisenach sind allerdings nicht so neu, wie es die Aktualität in der Presse vermuten ließe. So hat die Stadt nach wie vor keinen Haushalt aufstellen können. Hilfe vom Land gab es laut Wolf keine. „Dass Eisenach finanziell handlungsunfähig ist und die Stadt dadurch auch ihren Eigenanteil am Theater nicht zahlen kann, ist Schuld der Landesregierung. Strukturelle Fehlentscheidungen und die Weigerung, die Kreisfreiheit in Frage zu stellen, haben zu diesem Dilemma geführt. Uns jetzt auf ganzer Breite verhungern zu lassen, ist eine bodenlose Frechheit! Ich fordere das Land auf, endlich zu seiner Verantwortung zu stehen und den hohen Stellenwert von Kultur mit reellen Zahlen zu untersetzen“, fordert Frau Wolf.

Auf den sich abzeichnenden Trend des Kultursterbens in Thüringen verlange die LINKE im Landtag seit Wochen ein Gegensteuern. Nicht nur das Eisenacher Theater stehe vor dem Aus. „Anstatt vorher die Kulturfinanzierung auf ein festes Fundament zu stellen, wird erst kurz vor zwölf halbherzig versucht, noch etwas zu retten“, moniert die Abgeordnete. Seit Jahren schlägt die LINKE eine Neufassung der Kulturfinanzierung in Thüringen vor. Die Koalition wollte bis dato davon nie etwas wissen. „Die Situation in Eisenach wie auch momentan in Altenburg-Gera zeigt einmal mehr, dass sich grundlegend etwas ändern muss! Die Landesregierung muss endlich aufhören, den Kulturkannibalismus noch zu befördern, wenn sie schon nicht imstande ist, diesen zu verhindern!“, so Wolf.