29. März 2012

Pflegereform ist ein zahnloser Tiger

Die von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr angekündigten Verbesserungen bei der Versorgung von Demenzkranken als Pflegereform zu bezeichnen, sei „starker Tobak“, kommentiert der Gesundheitspolitiker der Landtagsfraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Jörg Kubitzki. Schließlich seien die angekündigten Leistungen „längst überfällig“ gewesen.

Die im Gesetzentwurf der schwarz-gelben Bundesregierung beschriebenen Regelungen seien „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Kubitzki. Die grundsätzlichen Probleme der Pflege würden nicht geklärt. So sei der jetzige Begriff der Pflegebedürftigkeit überholt und gehe am Leben vorbei. „Wir brauchen einen Pflegebegriff, der vor allem die Erhaltung der Lebensqualität hervorhebt. Damit muss die gegenwärtige Reglementierung der Pflegeleistung für Pflegebedürftige aufgehoben werden“, fordert der Abgeordnete der LINKEN. Nur Pflegebedürftige selbst wüssten, was sie zum Erhalt ihrer Lebensqualität wirklich brauchen.

Kubitzki fügt hinzu, dass zu einer Reform der Pflege auch Maßnahmen zur gesellschaftlichen Wertschätzung des Pflegeberufes und eine bessere Entlohnung der Pflegekräfte gehörten.
„Klar kostet das mehr Geld“, meint Kubitzki. „Deshalb muss auch die Pflegversicherung in eine Bürgerversicherung umgestaltet werden!“