20. November 2012

Bewirbt sich das Matschie-Ministerium um den Goldenen Maulkorb?

"Es kann nicht sein, dass ein Ministerium einschreitet, wenn anonyme Befragungen durchgeführt werden", kritisiert Dirk Möller, schulpolitischer Sprecher der Linksfraktion, den Brief aus dem Hause Matschie an alle Schulleitungen wegen der Umfrage des Thüringer Lehrerverbandes zum Stundenausfall.

Mit dieser Einschränkung der Meinungsäußerung werde eine Atmosphäre der Angst geschaffen, was nicht hingenommen werden dürfe. Dirk Möller weiter: "Wenn aus dem Ministerium erklärt wird, sie wären ebenfalls an diesen Zahlen interessiert, so muss man sich doch erstens fragen, warum ein Schreiben verfasst wird, wonach eine Teilnahme an der Befragung nur nach vorheriger Absprache mit dem zuständigen Schulamt erfolgen könne, und zweitens: vertraut das Ministerium seinen eigenen Erhebungen nicht?", so der Schulpolitiker weiter.

Möller verweist auf die letzte Landtagssitzung, in der in einer Aktuellen Stunde auf Antrag der Linksfraktion über dieses Thema diskutiert wurde und die LINKE massiv kritisiert hatte, dass an den Thüringer Schulen in den drei Erhebungswochen des letzten Schuljahres 34.600 Stunden ausgefallen sind. Hinzu kamen in diesem Zeitraum noch einmal 33.100 Stunden fachfremd vertretener Unterricht. "Wir rechnen, ebenso wie die Gewerkschaften, mit weitaus höheren Dunkelziffern. Das Ministerium kann und darf vor diesen massiven Problemen nicht länger die Augen verschließen. Und erst recht darf es nicht anonyme Befragungen boykottieren", betont Dirk Möller abschließend.