21. November 2012

Rittergut Guthmannshausen ist bundesweiter Treffpunkt für Rechtsextreme

Nach dem Verkauf des "Ritterguts Guthmannshausen" durch die Thüringer Landesregierung an ein Mitglied der rechtsextremen Szene im vergangenen Jahr, steht das großzügige Tagungshaus nun für bundesweite Veranstaltungen von Rechtsextremen, Geschichtsrevisionisten und Holocaust-Leugnern zur Verfügung. Auch am kommenden Wochenende treffen sich auf Einladung des neonazistischen Vereins "Gedächtnisstätte e.V.", der die "Kultur- und Tagungsstätte" in Guthmannshausen betreibt, wieder Rechtsextreme unterschiedlicher Couleur. Die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Martina Renner, warnt davor, "dass sich in Guthmannshausen ein Veranstaltungsort der extremen Rechten etabliert und gesellschaftliche Gegenwehr ausbleibt".

Der Verein Gedächtnisstätte treibe in Guthmannshausen die bundesweite Vernetzung von Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugnern voran. Aber auch vor Ort versucht er, sich zu etablieren und verteilt dort regelmäßig Werbung für seine Veranstaltungen, informiert Frau Renner.

Am kommenden Wochenende (22. bis 25. November) lädt der Verein zu einem Wochenendseminar ein, bei dem u. a. die rechtsextreme "Schlesische Jugend", die aus der "Landsmannschaft Schlesien" aufgrund ihrer Nähe zur NPD und der rechtsextremen "Jungen Landsmannschaft Ostpreußen" ausgeschlossen wurde, Teile des Programms gestalten. Redner werden Günter Burghardt und Wolfgang Berger ("Kolbenheyer Gesellschaft") sein. Burghardt versteht sich als Anhänger der "germanischen Heilkunde", Berger steht der im rechtsextremen Milieu zu verortenden "Kolbenheyer Gesellschaft" vor und stellt sich in die Tradition einer latent völkischen und antisemitischen Philosophie.

"In Guthmannshausen versammelt sich ein gefährliches Potential, das sich hinter der Seriosität eines eingetragenen Vereins und der Fassade eines Ritterguts versteckt. Die enge Verknüpfung des geschichtsrevisionistischen Vereins zur neonazistischen Schlesischen Jugend und zu Holocaustleugnern offenbart, was für ein gefährliches Zentrum durch den unsäglichen Verkauf des Hauses aus öffentlicher Hand und unter den Augen des Staates geschaffen wurde", moniert die Innenexpertin der LINKEN.

Martina Renner warnt davor, sich mit dem rechtsextremen Zentrum mitten in Thüringen abzufinden: "Rechtsextremismus bedarf einer kontinuierlichen Gegenwehr, auch wenn von vermeintlich betagten, aber nicht weniger gefährlichen Geschichtsrevisionisten kommt."