20. November 2012

Verkauf der TLG Wohnen GmbH an den TAG Konzern ist Absage an das Recht auf Wohnen

"Die Entscheidung, dass die Bundesregierung rund 11.500 Wohnungen in Ostdeutschland, darunter ca. 900 Wohnungen in Thüringen, an die Hamburger TAG Immobilien AG für 471 Mio. Euro verkauft, zeigt, dass die Bundesregierung weder im Interesse der Mieter noch im Interesse des Steuerzahlers handelt", erklärt die wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Heidrun Sedlacik.

Die Mieter der betroffenen Wohnungen erhielten nun einen Vermieter, der nur an einer Gewinnmaximierung interessiert ist. Der Chef des TAG Konzerns, Ralf Elgeti, hat in einem Interview geäußert, dass Wohnen in Deutschland zu billig sei. Die Aussage von Elgeti zeige, "dass hier nicht im Interesse der Mieter gehandelt wurde", so Frau Sedlacik weiter. Jetzt würden wohl Mietsteigerungen anstehen.

In den bereits von der TAG übernommenen weiteren 25.000 ostdeutschen Wohnungen bewegen sich laut TAG-Quartalsbericht die Kosten und die Mieten in die - ihrer Meinung nach - richtige Richtung, also die Kosten würden gesenkt und Mieten erhöht.

"Politisch will der Bund auch hier nicht gegensteuern, denn der Verzicht auf den Verkauf an ein nicht renditeorientiertes Unternehmen, wie die dazu extra gegründete TLG FairWohnen Genossenschaft, hätte hier ein Zeichen setzen können", ist Frau Sedlacik überzeugt.

DIE LINKE vertritt die Auffassung, dass Wohnungsbaugenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften mit sicheren und stabilen Wohnformen und dem Recht auf Mitsprache zukünftig eine bedeutendere Rolle spielen müssen. "In dieser Hinsicht hat die Bundesregierung erneut eine Chance für eine gerechte Wohnungspolitik vertan", so die LINKE-Abgeordnete.