19. Februar 2013

Streit um Windräder im Wald: LINKE fordert Windenergieerlass

Angesichts des neu aufgeflammten Streits zwischen Parlamentariern von SPD und CDU, ob Windräder im Wald richtig sind, sagt der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE Tilo Kummer:

"Da man sich, anstatt konkrete Vorschläge vorzulegen, nur permanent gegenseitig beschimpft, wird jetzt die LINKE die Initiative ergreifen und mit einem Antrag im Landtag die Landesregierung auffordern, einen Windenergieerlass auszuarbeiten."

Nach Kummers Kenntnis, verfügen neun Bundesländer inzwischen über so einen Erlass als Handlungsleitfaden für örtliche Planungsträger. "Wir möchten, dass in Thüringen Windkraftanlagen auch in Wäldern akzeptiert werden können. Dazu ist es aber wichtig, besonders sensibel mit den Schutzbedürfnissen der Menschen und der Naturräume umzugehen", betont der Abgeordnete.

Er verweist darauf, dass die Linksfraktion einen Kriterienkatalog entwickelt hat, nach dem die Landesregierung infrage kommende Standorte nach Windhöffigkeit (durchschnittliches Windaufkommen an einem bestimmten Standort) und Verträglichkeit für Mensch und Natur abwägen soll. "Es geht uns auch darum, zu sehen, wo ohnehin schon Flächen in Anspruch genommen wurden z. B. durch Straßen oder Energieleitungen. Dort dürfte sich der Eingriff in die Natur weniger nachteilig auswirken", sagt der Landespolitiker. Hilfreich könne sein, sich auf einen Bericht der damaligen Landesregierung aus dem Jahr 2007 zu Infrastrukturprojekten im Thüringer Wald zu stützen, der auf Antrag der Linksfraktion erstellt worden sei.

"Die Suche nach den optimalen Windenergiestandorten muss endlich ideologiefrei und unvoreingenommen erfolgen, ansonsten weht der Wind über Thüringen hinweg und die Energiewende hat einen Radius von 360 Grad", so Kummer abschließend.