12. Februar 2013

Nach Besuch bei etm Schönbrunn: Strikte Begrenzung der Leiharbeit notwendig

Nach einem Besuch von Ina Leukefeld und Dieter Hausold bei der Firma etm International Schönbrunn begrüßen beide LINKE-Abgeordeten ausdrücklich, dass es inzwischen bei etm International verstärkte Bemühungen im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes gibt. Im vergangenen Jahr war es in der Firma noch zu schweren Arbeitsunfällen gekommen.

Die zusätzliche Montierung eines dritten Sicherheitskreises an dem Maschinentyp, durch den ein Leiharbeiter Ende Juli 2012 seine Hand verlor, sowie eine verbesserte Kooperation mit dem Landesamt für Arbeitsschutz seien wichtige Schritte für die Sicherung von Leib und Leben der Beschäftigten.

Große Differenzen gab es jedoch in der Frage des bei etm International angewendeten Geschäftsmodells. "Die Firma ist leider ein Beispiel für jene Unternehmen, die Leiharbeit weit über das notwendige Maß hinaus nutzen. Wie uns seitens der Geschäftsführung bestätigt wurde, sind dauerhaft 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten LeiharbeiterInnen. Anders als etm International können wir dafür keine Notwendigkeit erkennen, gerade auch angesichts uns gegenüber bekundeter Expansionsabsichten des Unternehmens", sagt Frau Leukefeld, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der Linksfraktion. Für DIE LINKE sei diese Situation unhaltbar, ebenso wie ein Bruttostundenlohn, der bei 7,50 Euro beginnt. "Thüringen braucht Gute Arbeit statt prekäre Beschäftigung", unterstreicht die Arbeitsmarktexpertin. Auch deshalb stünde es etm gut zu Gesicht, die Bildung eines Betriebsrates wohlwollend zu unterstützen. Die LINKE werde "auch weiterhin für einen gesetzlichen, existenzsichernden und flächendeckenden Mindestlohn und eine strikte Begrenzung der Leiharbeit kämpfen, um solchen Geschäftsmodellen auf dem Rücken der Belegschaften die gesetzlichen Grundlagen zu entziehen", erklärt Ina Leukefeld.

Dieter Hausold, wirtschaftspolitischer Sprecher, ergänzt: "Leiharbeit und Niedriglohn sind zwei der entscheidenden Ursachen für den Fachkräftemangel. Hier liegt es an den Unternehmen, aber auch an der Politik, dem entgegenzuwirken. Wer jedoch langfristig Gute Arbeit sichern möchte, muss insbesondere in der Wirtschaftsförderung andere Wege gehen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen müssen im Bereich Forschung und Entwicklung stärker unterstützt werden, damit das Drehen an der Lohnschraube nicht länger zur scheinbaren Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit herhalten muss. Fest steht: Bleibt Thüringen vorrangig die verlängerte Werkbank großer Unternehmen, wird auf Dauer auch der niedrigste Lohn kein Unternehmen in Thüringen retten."