27. Februar 2013

Solidarität mit den Streikenden - für "Gute Arbeit" in der Bildung

Mit Blick auf die heutigen Warnstreiks im öffentlichen Dienst, zu denen auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aufgerufen hatte, erklärt Susanne Hennig, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion:

"Dieser Warnstreik ist das deutliche Zeichen gegen eine ungerechte Bezahlung und Anstellung in der Thüringer Bildungslandschaft. Angefangen bei den Erzieherinnen und Erziehern im Grundschulhort bis hin zu den Beschäftigten in der Erwachsenenbildung zeigt sich eine prekäre Situation. Unsere Bildungslandschaft ist geprägt von einer Ungleichbehandlung von angestellten und verbeamteten Lehrerinnen und Lehrern, katastrophalen Beschäftigungsverhältnissen an den Hochschulen sowie schlechten Bedingungen für die Beschäftigten im Bereich der Erwachsenenbildung. Die Streikenden haben meine volle Solidarität."

"Im Hinblick auf die Schulen in unserem Land", so Hennig weiter, "muss man leider feststellen, dass es in den Lehrerzimmen aber auch in den unterschiedlichen Schularten noch immer eine Mehrklassengesellschaft gibt. Wir brauchen endlich eine tarifliche Eingruppierung der Lehrerinnen und Lehrer, die schulformunabhängig ist und in Ost wie auch in West gilt." Die Forderung nach einer eigenen Entgeltordnung für Lehrerinnen und Lehrer ist seit 2006 unerfüllt. Bisher obliegen die Regelungen der Lehrergehälter jedem einzelnen Bundesland.

Doch auch die Hochschulen seien geprägt von prekären Beschäftigungsverhältnissen. "Aus der Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage meiner Fraktion zu den Beschäftigtenverhältnissen an Thüringer Hochschulen zeigt sich nach einer ersten Durchsicht, dass z.B. jede zweite wissenschaftliche Fachkraft in Teilzeit eingestellt ist. Von allen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind 83 Prozent befristet beschäftigt. Das sind Zustände, die nicht länger geduldet werden können", kritisiert die Bildungspolitikerin. Im Bereich der Erwachsenen- und Weiterbildung sei die Lage nicht besser. Nicht einmal zwei Prozent aller in der Weiterbildung Arbeitenden sind fest angestellt. Tariflöhne gelten nur für pädagogische Angestellte und einheitliche Richtlinien für die übrigen Beschäftigungsverhältnisse sucht man vergebens."

Es müsse nun endlich begriffen werden: "Das Pfund der pädagogischen Arbeit sind die Pädagoginnen und Pädagogen selbst. Also müssen sie auch gut bezahlt werden!", betont Susanne Hennig abschließend.