24. Juli 2013

Nachteile des Wettbewerbs auf der Schiene

"Jetzt zeigt sich die Kehrseite des Wettbewerbs auf der Schiene am Beispiel der DB Regio Südost: Lohneinbußen und Arbeitsplatzwechsel bei Mitarbeitern sowie eine problematische Infrastrukturplanung durch die ausschreibende Landesregierung", so die verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Dr. Gudrun Lukin, mit Verweis auf die Ankündigung der Bahn-Tochter, 450 Stellen in Thüringen zu reduzieren.

Es gebe weder eine Verpflichtung des Unternehmens, das die Ausschreibung gewonnen hat, vorrangig die Mitarbeiter des bisher auf dieser Strecke tätigen Bahnunternehmens zu gleichen Konditionen zu übernehmen, noch die Garantie, dass die vorhandene, oftmals noch hochwertige Technik vom Ausschreibungsgewinner weiter genutzt werden soll. Die Abgeordnete weiter: "Nun müssen hunderte Mitarbeiter der DB Südost - Lokführer, Zugbegleiter und Werkstattpersonal - ihre Arbeitsplätze aufgeben oder vorzeitig in Rente gehen. Dabei spricht alle Welt von einem Fachkräftemangel. Durch diese Art der Ausschreibungen werden langjährige Mitarbeiter und ausgewiesene Fachleute in den Ruhestand gelenkt, obwohl das neue Unternehmen genau die gleiche Arbeit fortsetzt, nur oft mit Arbeitskräften, die jünger sind oder eine Umschulung hinter sich haben. Auch das ist Vergeudung von Ressourcen."

"Die Perspektive für die Weiterbeschäftigten beim neuen Unternehmen: Entweder zu einer geringeren Bezahlung bei der Konkurrenz anfangen oder ein Arbeitsplatz in anderen Bundesländern. Auch das bedeutet einen Verlust an Kenntnissen der Strecke und der Betriebsabläufe", warnt die LINKE Verkehrspolitikerin.

Zudem sei die ausreichende Nachnutzung des DB-Instandhaltungswerks in Erfurt noch immer nicht endgültig geklärt. "Wenn aber sowohl Personennahverkehr auf der Schiene als auch die Werkstätten mit öffentlichen Mitteln bezuschusst werden, kann der Steuerzahler schon erwarten, dass weder Löhne noch Betriebsteile ,eingespart' werden. Denn auch das ist Steuerverschwendung", so Frau Dr. Lukin abschließend.