18. Juli 2013

Urteil für 380kV-Trasse schadet Energiewende

Nach der heutigen Abweisung der Klage gegen die 380kV-Hochspannungstrasse quer durch den Thüringer Wald durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erklärt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: "Dieses Urteil ist ein schwerer Schlag für diejenigen, die von der Trasse unmittelbar in ihrem Lebensumfeld betroffen sind, aber auch für die Energiewende im Ganzen." Der LINKE-Abgeordnete verweist auf das gestern im Landtag vorgestellte Gutachten, das anhand von Zahlen belegt, dass diese Starkstromleitung dafür genutzt werden soll, die Einspeisung aus Kohlekraftwerken zu gewährleisten. "Das widerspricht allerdings dem richtigen Ziel der Energiewende, künftig Strom regenerativ, regional, dezentral herzustellen und zu verbrauchen."
 
Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreises, unterstreicht: "Es gibt genügend Belege, dass es für diese Stromautobahn keinen Bedarf gibt, wenn man die vorhandenen technischen Alternativen, wie die Modernisierung vorhandener Trassen, anwendet." Dass die Bedarfsplanung der Bundesnetzagentur falschen Annahmen aufgesessen ist, werde auch dadurch deutlich, dass man ursprünglich die Trasse mit einer Vierfachleitung bespannen wollte und nun plötzlich zwei Leitungen ausreichend sein sollen. Frau Enders weiter: "Der für die Energiewende nicht vorhandene Bedarf an neu gebauten Trassen wird weiter unser Thema bleiben! Schließlich werden in den Netzausbau viele Milliarden Euro gesteckt, den am Ende die Stromkunden mit ihrer Rechnung bezahlen."
 
"Wir werden unsere Landrätin Petra Enders und die Bürgerinitiativen weiterhin in ihrer Kritik an der 380kV-Trasse unterstützen. Die massive Umweltzerstörung im Thüringer Wald und die Durchleitung von dreckigem Kohlestrom ist ein echter Rückschritt bei der Energiewende und darf nicht unwidersprochen hingenommen werden", unterstreicht Bodo Ramelow.
Er weist darauf hin, dass durch Hochspannungsgleichstromnetze Windstrom problemlos vom windreichen Norden in den energieintensiven Süden geleitet werden könnte. "Schade, dass Leipzig keine Weichen für die Zukunft gestellt hat", so Ramelow abschließend.