12. Juli 2013

Kooperation und Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Der Vorstoß des Oberhofer Bürgermeisters Thomas Schulz für ein Zusammengehen mit Suhl kam in dieser Form plötzlich und unerwartet. „Er weist durchaus in die richtige Richtung, denn es muss darum gehen, die Zentrumsfunktion der Region Südthüringen zu stärken“, sagt Ina Leukefeld, LINKE-Landtagsabgeordnete aus Suhl.

Dennoch hinke der Vorschlag in dreifacher Hinsicht: Zum einen blende er gegenwärtig die Nachbarstadt Zella-Mehlis aus, was als Affront in der Zusammenarbeit verstanden werden muss. „Das halte ich nicht für zweckmäßig, denn es muss in jedem Fall um Kooperation statt Konfrontation der Städte gehen. Um es gleich zu sagen: An Zella-Mehlis kann und darf der Prozess nicht vorbei gehen!“, betont Frau Leukefeld.

Zum Zweiten seien Suhl und Zella-Mehlis als Doppelstadt Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums. Das zwinge mehr, als es bisher praktiziert wurde, zu einer abgestimmten und gemeinsamen Regionalentwicklung. „Ich habe bereits in der Vergangenheit immer wieder eingefordert, diesen Prozess ernst zu nehmen und in tatsächlichem Verwaltungshandeln unter Einbeziehung der Stadt Oberhof und seiner Potenziale schrittweise umzusetzen. Das ist auch als Chance und Auftrag an die Kommunalpolitik, insbesondere an die Stadtoberhäupter, zu sehen“, sagt die LINKE-Abgeordnete

Zum Dritten bleibt festzustellen, dass Oberhof derzeit keine gemeinsame Grenze mit Suhl hat, was aktuell einen Zusammenschluss gesetzlich gar nicht zulässt. Deshalb gäbe es erheblichen Klärungsbedarf mit dem Landkreis Schmalkalden/Meiningen. Als Konsequenz stünde wahrscheinlich die Auflösung der Kreisfreiheit von Suhl, was jedoch die Bereitschaft voraussetzen würde, eine Einkreisung in den Landkreis Schmalkalden-Meiningen vorzunehmen. Ina Leukefeld weiter; „Dabei sollte auch erneut die Debatte zur Zukunft von Benshausen diskutiert werden, die ich in einer Großen kreisangehörigen Stadt Suhl, Zella-Mehlis , Oberhof , Benshausen sehe. Diese und andere Fragen gilt es, offen und ehrlich auf Augenhöhe mit allen Partnern sowie Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren.“