5. Juli 2013

Noch 150 Jahre bis zum längeren gemeinsamen Lernen in Thüringen?

Zu den Ergebnissen der heute durch den MDR veröffentlichten Umfrage zur Thüringer Landespolitik erklärt Susanne Hennig, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Es ist nicht überraschend, dass 40 Prozent der befragten Thüringer sich wünschen, dass das Schulmodell längeres gemeinsames Lernen vorangebracht werden soll. Bei den 18- bis 44 -Jährigen fordern das sogar über 50 Prozent. Längeres gemeinsames Lernen war eines der zentralen Themen im Landtagswahlkampf 2009 und auch die SPD hat versprochen, sich nach der Wahl darum zu kümmern. Nun haben wir seit vier Jahren einen Bildungsminister von der SPD und passiert ist so gut wie nichts.“

Von den 906 allgemeinbildenden Schulen im Freistaat sind inzwischen 24 Gemeinschaftsschulen. Das heißt: Bei 882 von 906 Schulen hat sich nichts geändert, für die allermeisten Kinder bleibt es dabei: Sie werden nach der vierten Klasse getrennt. Das längere gemeinsame Lernen fällt aus.

„Nach vier Jahren mit einem SPD-geführten Bildungsministerium haben wir 24 Gemeinschaftsschulen. Das sind im Schnitt sechs neue Gemeinschaftsschulen pro Jahr. Wenn es in der Geschwindigkeit weitergeht, dauert es noch 150 Jahre, bis wir in Thüringen flächendeckendes gemeinsames Lernen haben. Ist das Ihr Ziel, Herr Matschie?“, fragt Hennig.

DIE LINKE fordert seit langem eine konsequente Einführung der Gemeinschaftsschule, damit alle Kinder in Thüringen länger gemeinsam lernen können.

„Die Umfrageergebnisse sind eine klare Handlungsaufforderung an Herrn Matschie. Er muss endlich einen Plan vorlegen, wie mittelfristig alle Thüringer Kinder an Gemeinschaftsschulen lernen können. Die Idee, durch Anreize einzelne Schulen zur Umstellung zu bewegen, ist offensichtlich gescheitert. Wenn es keine 150 Jahre bis zur flächendeckenden Umsetzung dauern soll, muss die Landesregierung jetzt den Kurs ändern“, so Hennig abschließend.

906 allgemeinbildende Schulen in Thüringen

24 Gemeinschaftsschulen