29. Juli 2013

Gute Arbeit braucht auch Gute Ausbildung

Zu den heute vorgestellten Zahlen zum Lehrstellenmarkt erklärt Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion: "DIE LINKE freut sich für die jungen Menschen, die oftmals nach Jahren der Stagnation nun bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt bekommen. Zugleich sollten aber der Geburtenknick und seine positiven Folgen nicht über die nach wie vor vorhandenen Probleme hinwegtäuschen."

5.900 freien Ausbildungsplätzen stehen derzeit nur 3.900 Lehrstellensuchende gegenüber. "Dieses Verhältnis muss nun dazu führen, dass endlich seitens des Bundesanstalt für Arbeit mehr für diejenigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen getan wird, die aus ganz verschiedenen Gründen Vermittlungshemmnisse mitbringen. Hier ist es auch an der Arbeitgeberseite, sich offener zu zeigen und angesichts der fortwährenden Klagen über den Fachkräftemangel nicht auf den perfekten Bewerber zu warten, sondern selbst in junge Menschen zu investieren. Das heißt übrigens auch, Gute Ausbildung mit angemessener Vergütung und früher Übernahmezusicherung zu garantieren. Sonst wird auch weiterhin ein großer Teil der jungen Menschen dauerhaft Thüringen den Rücken kehren", befürchtet die Arbeitsmarktpolitikerin.

Eine weitere Baustelle bleibt zudem die hohe Abbrecherquote von Auszubildenden. Hierbei könnte ein weiterer Ausbau der Berufserprobung in der Schulzeit nützlich sein, um Erwartungen an ein Jobprofil frühzeitig mit der Realität abgleichen zu können. Ina Leukefeld erinnert daran, dass die Regierungsfraktionen im letzten Plenum vor der Sommerpause leider nicht bereit waren, das in dieser Hinsicht vorbildliche Programm "Berufsstart Plus" zu einer Standardleistung für alle Schülerinnen und Schüler zu erheben: "Es ist bedauerlich, dass unter fadenscheinigen Gründen das erfolgreiche Programm noch immer nicht für Schülerinnen und Schüler verfügbar gemacht werden soll. Gerade die hohen und wiederkehrenden Praxisanteile machen ,Berufsstart Plus' zu einer spannenden Erfahrungswelt für alle darin betreuten Jugendlichen. Die LINKE wird sich auch in Zukunft dafür einsetzen, den Übergang von Schule zur Wirtschaft besser zu verzahnen, damit es Lehrstellen statt Leerstellen für alle junge Menschen in Thüringen gibt."