13. September 2013

Arbeitsverhältnisse an Hochschulen verbessern: Langfristige Jobs statt Befristungen

"Die ExpertInnen haben deutlich gemacht, dass sich die ungesicherte Beschäftigungssituation von 90 Prozent der Hochschulbeschäftigten negativ auf die Qualität der Lehre auswirkt und dass sich die Zukunftsaussichten des akademischen Nachwuchses unter diesen Voraussetzungen immer weiter verschlechtern", so die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Susanne Hennig, nach der mündlichen Anhörung zu Beschäftigungsverhältnissen an Hochschulen im Wissenschaftsausschuss.

"Auch die Antworten auf diese Misere sind in der Anhörung deutlich geworden", unterstreicht Frau Hennig. Thüringen müsse, wie auch die Vertreter der Hochschulen angemahnt haben, die Grundfinanzierung an den Hochschulen deutlich erhöhen sowie den Abschluss eines Tarifvertrages für die wissenschaftlichen und studentischen Hilfskräfte vorantreiben. "Die Abhängigkeit der Beschäftigten bzw. der Hochschulen von zeitlich befristeten Drittmittelprojekten und Überbrückungsbeschäftigung muss beendet werden", verdeutlicht Hennig.

Befristungen und prekäre Arbeitsverhältnisse würden die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen nicht befördern. Im Gegenteil: sie gefährdeten Lehre und Forschung. "Schließlich ist die Attraktivität der Hochschulen auch von den Karrierechancen abhängig, die sie Beschäftigten biete", so Frau Hennig. Seien diese nicht gegeben - denn bundesweit befinden sich 15 Prozent aller Beschäftigten in befristeten Arbeitsverhältnissen, im Hochschulbereich sind es 90 Prozent - wanderten hoch qualifizierte junge WissenschaftlerInnen ab oder würden sich gar nicht erst für den Hochschulstandort entscheiden. "Daraus ergeben sich gravierende Nachwuchsprobleme", konstatiert die LINKE-Abgeordnete.

"Besonders sticht die schwierige Situation der Frauen heraus, in höhere akademische Positionen zu gelangen. Während unter Studierenden noch ein mehrheitlich ausgeglichenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern existiert, dünnt es sich aus, je höher der akademische Grad ist und wird spätestens bei dem weiblichen Anteil von 16 Prozent in der ProfessorInnenschaft deutlich", so Frau Hennig weiter.

In der Anhörung zur Großen Anfrage der Linksfraktion zu den Beschäftigungsverhältnissen an Hochschulen haben die Anzuhörenden, dabei waren sowohl VertreterInnen der Studierenden, der GEW als auch der Hochschulen, überwiegend und mit konkreten Argumenten die ausufernde Befristung und schlechte Bezahlung von wissenschaftlichen und studentischen Hilfskräften an den Thüringer Hochschulen kritisiert, fasst Hennig zusammen und fordert von der Landesregierung, "dieses Problem endlich anzugehen".