12. September 2013

Koalitionsfraktionen pfeifen auf wichtige Änderungen beim neuen Lehrerbildungsgesetz!

"Dass man trotz der massiven Kritik an dem vorliegenden Entwurf für ein neues Lehrerbildungsgesetz keinen Änderungsbedarf sieht, ist an Ignoranz nicht mehr zu überbieten", so Susanne Hennig, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, nach der Auswertung der schriftlichen Anhörung zum Lehrerbildungsgesetz in der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses.

"Diese Anhörung ist ein Feigenblatt. Nicht nur, dass man kaum auf die Bildungssituation im Freistaat eingeht und aktuelle Entwicklungen außer Acht lässt, wie z.B. die Etablierung eines Gemeinschaftsschullehrers oder einer schulstufenbezogenen Lehrerbildung, nein, man verschlimmbessert sogar noch." Die Abgeordnete kritisiert, dass die Unterschiede in den Lehrerbildungsgängen für die Regelschule in Erfurt und Jena "zementiert statt abgebaut werden". Das bereits verkürzte Referendariat der Grundschullehrerinnen und -lehrer werde auf 12 Monate gekürzt. Wichtig wäre gewesen, die Zeit in der zweiten Phase der Ausbildung für alle Schularten anzugleichen. "Nicht einmal handwerkliche Fehler werden behoben", moniert Frau Hennig.

"Dass selbst kleine positive Änderungen, wie die Anpassung der Ausbildungsumfänge der einzelnen Schularten wieder durch undurchsichtige Entscheidungen zunichte gemacht werden, ist für diese Debatte bezeichnend", führt die Bildungspolitikerin weiter aus. "Man passt nach Jahren endlich die Studienumfänge an und erklärt im gleichen Atemzug, die Anpassung der Löhne sei aber nicht erforderlich. Das passt nicht zusammen!", sagt die LINKE-Politikerin. Im kommenden Plenum wird die Linksfraktion zu diesem Gesetzentwurf Änderungsanträge einbringen, "denn mit diesem Entwurf ist die Landesregierung sehr tief gesprungen und unterirdisch gelandet", kritisiert Susanne Hennig.