20. Dezember 2014

Rassismus ist gesamtdeutsches Problem

Susanne Hennig-Wellsow, LINKE-Fraktionschefin und Vorsitzende der Thüringer Linkspartei, weist die Aussagen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier in der Berliner Zeitung unter der Überschrift „Ausländer kannte man bestenfalls aus dem Westfernsehen“ und damit die Interpretation, die Pegida-Stärke und Rassismus seien ein ostdeutsches Problem, scharf zurück:

„Bouffier verbreitet dumpfe Ressentiments gegen Ostdeutsche. Statt sich ernsthaft mit rassistischen Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft auseinanderzusetzen, lädt er die Probleme kurzerhand bei den Ostdeutschen ab. Statt 25 Jahre nach der Wende auf der ostdeutschen Seele herumzutrampeln, sollte Herr Bouffier zur Kenntnis nehmen, dass Rassismus ein gesamtdeutsches Problem ist.
Im Übrigen war es vor allem die CDU/CSU, die Anfang der 90er Jahre vor den rassistischen und gewalttätigen Mobilisierungen auf der Straße eingeknickt ist, und das Asylrecht faktisch abgeschafft hat.
Wer jetzt Verständnis für Rassismus äußert, macht ihn weiter salonfähig. Wer aus dumpfen rechten Vorurteilen parteipolitischen Gewinn ziehen will, erweist der Demokratie einen Bärendienst."