6. März 2014

DIE LINKE an der Seite der Hebammen

"Wir unterstützen die Hebammen in Thüringen schon seit Jahren und werden das auch weiterhin tun", sagt Karola Stange gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, anlässlich der Demonstration am 8. März in Jena zum Erhalt des Hebammenberufes. "Schon im Sommer 2012 haben wir vorgeschlagen, eine Pflicht für die Versicherer einzuführen, Hebammen zu versichern, einen Fonds für große Schadenssummen zu prüfen und ihre finanzielle Situation zu verbessern", betont die Abgeordnete.

Jetzt habe DIE LINKE einen Selbstbefassungsantrag in den Sozialausschuss eingebracht, um die politische Diskussion im Thüringer Landtag zu befördern. Bis auf eine minimale Anhebung der Vergütung, sei bisher nichts geschehen, kritisiert die Gleichstellungspolitikerin. Der Ball werde zwischen Krankenkassen, Versicherungsgesellschaften und Politik hin- und hergeschoben und niemand wolle wirklich zuständig sein.

"Der drohende Ausstieg der Versicherer aus dem Angebot der Haftpflichtversicherung spitzt die Lage dramatisch zu, ist aber im Grunde die Konsequenz aus allseitiger Problemverweigerung", kritisiert Karola Stange. Längst sei klar, dass Hebammen das Risiko eines lebenslangen Geburtsschadens nicht individuell absichern könnten, schon gar nicht bei Stundenlöhnen von durchschnittlich 8,30 Euro. "Beim Hebammenberuf handelt es sich aber um eine enorm wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die nicht einfach aussterben kann." Deswegen sei nun ein grundsätzliches Umsteuern gefragt.

DIE LINKE fordert angemessene Stundenlöhne, die auch durch die Berücksichtigung tatsächlich getätigter Leistungen und häufiger Rufbereitschaft zustande kommen, eine gesellschaftliche Absicherung möglicher Haftpflichtfälle und wieder einen anderen Blick auf Geburten, indem nicht die Risiken im Vordergrund stehen, sondern die Begleitung eines natürlichen Vorgangs, der in den meisten Fällen ohne Kaiserschnitt möglich ist.

"Wenn wir nicht sehenden Auges das Aussterben des Hebammenberufes und der Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung hinnehmen wollen, ist es höchste Zeit, jetzt zu handeln und die Probleme nachhaltig zu lösen", sagt Karola Stange.