27. März 2014

Dirk Möller zum Unterrichtsausfall: Lehrermangel endlich ernst nehmen

Zu den heute vorgelegten Daten der Landesschülervertretung zum Unterrichtsausfall an Thüringer Schulen erklärt der Sprecher für Schulpolitik der Linksfraktion Dirk Möller:

"Zunächst ein Danke an die Landesschülervertretung für die Erarbeitung der Daten und ihren Beitrag zur Demokratieentwicklung, den sie damit leisten. Die vorgelegten Zahlen stammen von denjenigen, die unmittelbar betroffen sind, nicht vom Dienstherren, der naturgemäß versucht, die Situation möglichst positiv erscheinen zu lassen. Was kann sich Politik mehr wünschen, als Schülerinnen und Schüler, die sich einmischen und auch auf Missstände im Bildungssystem aufmerksam machen."


Die Angaben über den Unterrichtsausfall bestätigen Forderungen der LINKEN, dass dringend mehr Pädagoginnen und Pädagogen an den Schulen in Thüringen gebraucht werden. Dirk Möller weiter: "Auch fachfremde Stundenvertretung ist faktisch Stundenausfall. Das zu beschönigen, hilft niemandem weiter. Jahrzehntelange verfehlte Schulpolitik der CDU hat Thüringen in diese Misere geführt. Die Schulämter und das Bildungsministerium sind dringend aufgefordert, den fachspezifischen Personalbedarf konkret zu benennen, damit endlich zielgerichtet eingestellt werden kann. Die Angaben der Landesschülervertretung sind hier eine gute Orientierung, die allerdings noch von Landesseite bestätigt werden muss."

Der Abgeordnete bezeichnet es als "nicht hilfreich, wenn das Land jetzt mit den hiesigen Universitäten Zielvereinbarungen über Fächerkombinationen abschließen will". Thüringen müsse - ähnlich wie derzeit Mecklenburg-Vorpommern - Lehrende anwerben, indem es gute Arbeits- und Lebensbedingungen biete und bekannt mache.

"Gleichzeitig muss der Gedanke ,Geld statt Stellen' mindestens soweit umgesetzt werden, dass Schulen vor Ort auf ihren dringlichsten Bedarf reagieren können. Langfristig sollten die Schulen durch dieses Prinzip möglichst weitreichende Freiräume bekommen, um eigenverantwortlich Personal einzustellen", so Möller abschließend.