27. März 2014

Linkspolitikerinnen besuchten erneut Zalando Erfurt

Am heutigen Donnerstag waren Ina Leukefeld und Karola Stange, beide MdL für DIE LINKE Thüringen, erneut bei Zalando Erfurt zu Gast. Damit erfüllten die Politikerinnen ihr Versprechen aus dem vergangenen Jahr, im Frühjahr 2014 erneut den Standort zu besuchen und den kritischen Dialog mit der Unternehmensleitung fortzuführen.

Zalando wächst weiter und hat inzwischen eine Belegschaft von 2.000 Beschäftigten am Standort Erfurt aufgebaut. Auch wenn dies sicherlich für die Arbeitsmarktsituation in Erfurt und Umgebung von Bedeutung sei, so dürfe das nicht über die Problemlagen hinwegtäuschen. "Zalando befristet bis auf wenige Ausnahmen durchgehend über zwei Jahre, was wir für den völlig falschen Ansatz halten. Dies führt dazu, dass derzeit gerade einmal 250 Mitarbeiter der gesamten Belegschaft, also inklusive Verwaltung, unbefristet angestellt sind. Hier hatten wir uns nach einem Jahr größere Fortschritte erhofft, ebenso bei der Lohnentwicklung, die gerade angesichts der schweren Arbeit mit 8,79 Euro brutto pro Stunde immer noch weit unterhalb unserer Vorstellungen zu einem existenzsichernden Lohn liegt. Das könnte sich auch mittelfristig als Bumerang für Zalando erweisen, da die Konkurrenz teilweise mit höheren Löhnen und Festanstellungen lockt und es Berichte über hohe Fluktuationsquoten gibt. Hier könnte ein Betriebsrat helfen, der nach wie vor bei Zalando fehlt", kommentiert die Arbeitsmarktpolitikerin Ina Leukefeld.

Karola Stange, Stadträtin in Erfurt sowie Sprecherin für Gleichstellungs- und Behindertenpolitik der LINKEN im Landtag, ergänzt: "Auch der Frauenanteil von 41 Prozent in der Produktion kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass nur zwei von 30 Abteilungsleitern Frauen sind. Die Einführung und Umsetzung einer Elternschicht sind ein Anfang für familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, zugleich wird das durch die Beantragung von Sonn- und Feiertagsarbeit etwas konterkariert. Andere begrüßenswerte Projekte wie die Einbindung von gehörlosen Menschen sollten weiterentwickelt  und ausgebaut werden. Derzeit erfüllt Zalando noch nicht die gesetzlich vorgeschriebene Mindestbeschäftigungsquote für Menschen mit Behinderungen."

"Wir werden auch weiterhin das Gespräch mit der Geschäftsleitung suchen und die Entwicklung des Erfurter Standorts begleiten", kündigen beide Abgeordnete abschließend an.