25. April 2016

30. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl: DIE LINKE fordert globales Umdenken in der Energiepolitik

Am 26. April 1986 ereignete sich im ukrainischen Ort Tschernobyl eine Nuklearkatastrophe riesigen Ausmaßes mit heute noch spürbaren Folgen. Anlässlich des 30. Jahrestages erneuern die für Umweltschutz sowie Energie- und Klimaschutzpolitik zuständigen Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Tilo Kummer und Steffen Harzer, ihre Position, dass im globalen Maßstab ein grundsätzliches Umdenken in Fragen der Energiewirtschaft unausweichlich ist.

„In Deutschland sind wir zum Glück auf dem richtigen Weg, spätestens 2022 die letzten von noch acht betriebenen Kernkraftwerken vom Energienetz zu nehmen. Dass es für diese Entscheidung allerdings eines weiteren Atomkraftunfalls, nämlich 2011 in Fukushima, bedurfte, ist traurige Wahrheit“, so Steffen Harzer.

Umweltpolitiker Tilo Kummer ist zudem überzeugt, dass Atomkraftwerke auch alles andere als „Klimaretter“ sind, wie manche Stimmen behaupten. „In diesem Zusammenhang muss der gesamte Prozess in den Blick genommen werden: Angefangen beim Abbau von Uran, über den Transport, die Herstellung von Brennelementen bis hin zum Betrieb der Kraftwerke, deren Rückbau, die Behandlung der radioaktiven Abfälle und deren Ablagerung. Bis heute gibt es weltweit keine geeigneten Räume, die den Anforderungen der Langzeitsicherheit standhalten. Hinzu kommt der ökonomische Aspekt der entstehenden Entsorgungskosten. Hier wird genau zu prüfen sein, inwieweit die Energiekonzerne ausreichend Rücklagen für die Endlagerung und Altlastensanierung in der Nachbetriebsphase angespart haben. Die Alternative wäre, die Kosten dem Steuerzahler aufzubürden. Diese Praxis kennt Thüringen nur allzu gut von einem großen Kalikonzern.“

„Die Energie- und Klimaschutzpolitik Thüringens ist dagegen auf einem guten Weg. 22 Prozent des Primärenergieverbrauches schaffen wir bereits mit erneuerbaren Energiequellen, bis 2040 sollen es 100 Prozent sein. Die Menschen, die heute noch gegen Windkraftanlagen wettern, sollten sich ab und an die Frage stellen, welche Energie eigentlich die nützlichere ist, Atomkraft mit unkalkulierbaren Menschheitsrisiken oder kleine dezentrale Anlagen, an denen sie selbst sogar teilhaben können“, stellt Abgeordneter Harzer abschließend fest.