25. Februar 2016

Reduzierung des Einsatzes von Glyphosat in der Landwirtschaft dringend erforderlich

Der Wirkstoff Glyphosat steht vor der Neuzulassung. Trotz massiver Bedenken der Weltgesundheitsorganisation wird die Zulassung auf europäischer Ebene voraussichtlich durchgehen. Daher werden wir eine parlamentarische Initiative zur starken Begrenzung des Glyphosat-Einsatzes vorbereiten.

„Aktuelle Meldungen über die sich ständig ausweitende Verbreitung des hochgiftigen Herbizids in Lebensmittelprodukten zeigen“, so Dr. Johanna Scheringer-Wright, Sprecherin für Agrarpolitik und regionale Entwicklung der Linksfraktion, „dass wir dringenden Handlungsbedarf haben.“

In einer Studie des Umweltinstituts München wurde aktuell festgestellt, dass in den 14 meistgetrunkenen Bieren in Deutschland Glyphosat-Rückstände zu finden sind. Dem gingen andere Studien beispielsweise des BUND und der Zeitschrift Öko-Test über Glyphosat auch in Getreideprodukten und Futtermitteln voraus. Glyphosat ist ein Herbizid, das seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft in beständig steigender Dosis verwendet wird. Aktuelle medizinische Studien belegen eindeutig die großen gesundheitlichen Risiken des Herbizids selbst in geringen Anreicherungsdosen im menschlichen Körper. Glyphosat gilt als krebserregend und kann zur Schädigung des Erbgutes sowie bei der Embryonalentwicklung führen. Im Jahr 2014 wurden allein in Deutschland rund 5.400 Tonnen Glyphosat auf Äckern, Gärten und öffentlichen Grünanlagen verspritzt.

„Um dieser besorgniserregenden Entwicklung vorzubeugen, bereiten wir zeitnah eine parlamentarische Initiative vor, die den Einsatz des Herbizids deutlich beschränken soll“, so Scheringer-Wright. „Damit wollen wir erreichen, dass das Pflanzengift aus dem Haus- und Kleingartenbereich sowie öffentlichen Grünanlagen ganz verschwindet und sein Einsatz in der Landwirtschaft stark zurückgedrängt wird.“

„Darüber hinaus“, ergänzt Diana Skibbe, Sprecherin für Verbraucherschutz der Fraktion DIE LINKE, „wollen wir gemeinsam mit der Landesregierung eine bundesweite Initiative zur einheitlichen und flächendeckenden Kontrolle der Glyphosatbelastung im Trinkwasser und in Lebensmitteln, auch aus tierischer Herkunft, starten. Hier stehen wir in Verantwortung gegenüber den Thüringer Verbraucherinnen und Verbrauchern.“