24. November 2016

Thüringen ist familienfreundlich

Moderne und familienpolitische Ziele in der Unternehmenspolitik sind Kern der Thüringer Allianz für Familie und Beruf. „Das ist gut, aber ein Allgemeinplatz. Es geht heute mehr um Qualität und eine familienorientierte Personalstrategie, es geht um Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes, um gute Entlohnung zur Verhinderung von Armut, insbesondere Kinderarmut, durch prekäre Beschäftigung und um individuelle Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, sagt Ina Leukefeld, LINKE-Arbeitsmarktpolitikerin, am Rande der heutigen Netzwerkkonferenz Thüringer Allianz für Familie und Beruf in Erfurt.

Wie die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Heike Werner feststellte, sind die Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte in Thüringen günstig. Es gibt eine verlässliche Kinderbetreuung und viele familienfreundliche Kommunen. Die Zahl der Beschäftigten steigt und Thüringen ist bei der Erwerbsquote von Frauen Spitze in Deutschland. „Dennoch gilt es, sich den neuen Herausforderungen rechtzeitig zu stellen und insbesondere jungen Menschen eine Perspektive mit GUTER Arbeit zu bieten“, unterstreicht Frau Leukefeld. Vor allem die Unterstützung von Alleinerziehenden bei Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit sollte stärker in den Mittelpunkt gestellt werden.

Die Gleichstellung von Frau und Mann hinsichtlich der Betreuung von Kindern oder bei der Pflege von Familienangehörigen erfordert nicht nur Verständnis vom Arbeitgeber, sie ist auch eine Herausforderung für die Familien und die gesamte Gesellschaft. Frauen in Thüringen sind gern erwerbstätig, oft auch wegen der ökonomischen Unabhängigkeit vom Partner. So arbeiten zwar überdurchschnittlich viele Frauen in Thüringen in Teilzeit, auch um mehr Zeit für die Familie zu haben, aber eine Studie hat gezeigt, dass 64 Prozent von ihnen das unfreiwillig tun.

„Die Debatte zur ‚Vereinbarkeit 2.0‘ gemeinsam mit allen Akteuren ist interessant und sollte neben dem Gedankenaustausch zur Verallgemeinerung guter Erfahrungen und best practice- Beispielen führen. Die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag wird diesen Prozess aktiv begleiten“, so Leukefeld.