24. November 2016

Verlässliche Hilfsangebote für gewaltbetroffene Frauen

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November spricht sich Karola Stange, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, für die Wiederinstallation einer entsprechenden Koordinierungsstelle auf Landesebene aus. Diese sei dringend notwendig, um die Arbeit der Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen sowie die Gewaltkonfliktberatung für Täter bedarfsgerecht zu sichern.

Jede dritte Frau ist laut EU-Angaben schon einmal Opfer von häuslicher oder sexueller Gewalt geworden. Doch obwohl es so viele Betroffene in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten gibt, ist Gewalt an Frauen nach wie vor ein Tabuthema. Allein in Thüringen gab es im Jahr 2015 rund 3.000 Einsätze und Maßnahmen aufgrund häuslicher Gewalt. Es wird geschätzt, dass sich die Folgekosten von Männergewalt bundesweit auf etwa 14,5 Milliarden Euro belaufen. Enthalten sind hierbei u.a. ärztliche Behandlungen, Therapien und Arbeitsplatzausfälle sowie Kosten für Justiz und Polizei.

„Gewalt gegen Frauen darf kein Tabuthema sein. Wir müssen die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren und den Zugang zu Hilfsangeboten sichtbar machen. Die Gründe für das Schweigen der betroffenen Frauen sind vielfältig, sie reichen von Scham, Schuldgefühlen, emotionalen, sozialen und psychischen Abhängigkeiten bis hin zu Drohungen. Daher ist es unverzichtbar, den Frauen Auswege und verlässliche Hilfsangebote aufzuzeigen“, betont die LINKE-Politikerin und unterstreicht: „Die Arbeit in Schutzeinrichtungen und Beratungsstellen muss weiterhin sichergestellt werden. Dabei müssen Frauen mit Behinderungen, ältere Frauen und Migrantinnen stärker berücksichtigt werden.“ In diesem Zusammenhang sei es auch wichtig, die Barrierefreiheit in kommunalen Frauenhäusern und Zufluchtsorten voranzutreiben.

Karola Stange verweist abschließend auf das bundesweit angebotene Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen mit anonymer und kostenfreier telefonischer Beratung unter 0800 116 016. Weitere Informationen unter: https://www.hilfetelefon.de/gewalt-gegen-frauen.html